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Hauptsache die Silbermünze, welche während der Türkenherrschaft,
den Verkehr auf der Balkanhalbinsel, somit auch
in Serbien vermittelte und allen Wertberechnungen zu Grunde
gelegt ist: der Asper und seit der ersten Hälfte des
XY1II. Jahrhunderts der Piaster. Es sind nicht mehr Münzen
nationalen serbischen Gepräges, sondern fremde, zunächst
türkische, sodann auch Münzen aus aller Herren Ländern,
welche jetzt in den Gebieten der Serben ihren Umlauf nehmen.
.Die türkischen Staatseinrichtungen, welche sich nun in
Serbien einbürgerten, nehmen ihren Ausgangspunkt in der
Religionsauffassung der Mohamedaner, im Koran, dessen Sätze
die Grundidee enthalten, nach welcher die Osmanen ihr 'Reich
eingerichtet haben; die Staatsidee war mit dem Islam identifiziert
und so wie die Glaubenssätze stets dieselben geblieben
sind, so haben sich auch die auf denselben gegründeten
Institutionen des Reiches Jahrhunderte hindurch nicht geändert.
Man unterschied die Bevölkerung in zwei Klassen,
die Mohamedaner und die Nicht-Mohamedaner, die Gläubigen
und die Ungläubigen; jenen gab die Religion allein den Anspruch
auf die Herrschaft, diese waren ebenfalls der Religion
halber zur Dienstbarkeit verdammt. Die christlichen Untertauen
waren vom Staat und vom öffentlichen Leben ausgeschlossen;
sie hatten das rechtgläubige Heer zu unterhalten,
ihm zu dienen, das Land zu bauen und die Lasten zu tragen;
sie waren die Rajah, d. h.: „die rechtlose Herde, deren Pflicht
Gehorsam ist und niedriges Wesen.“* *) Das osmanische Staatsprinzip
kennt nur den Sultan als den ausschliesslichen Besitzer
der Erde an, der über dieselbe nach seinem Belieben verfügen
kann. Und in der Tat war die ganze Oberfläche des Reiches
an die Spahis (Grundherren) zu Lehen ausgeteilt, die dafür verpflichtet
waren, je nach der Grösse ihrer Güter mit mehr oder
weniger Bewaffneten zu Pferde Kriegsdienste zu leisten. 2 )
Die Rajah hatte kein Besitzrecht auf den Boden, welchen
sie bewohnte, sondern war den Spahi’s untertänig und zu Ab-*)
Ranke. Die serbische Revolution 1879. S. 82.
*) Källay. Geschichte der Serben 1884. S. 220.
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