Full text: Wie kann die heimische Cognacindustrie und der deutsche Weinbau gefördert werden?

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Wesenheit zur Beschaffenheit eines Cognac unerläßlich sind. 
Eingehende Versuche haben ergeben, daß reiner 60proz. 
Alkohol die Stoffe nicht in Lösung bringen konnte, welche 
60proz. Alkohol, dem etwas, von einer Mischung aus 
Aceton, Aldehyd und Äther bestehend, zugesetzt worden, 
aus dem Eichenholz ausgezogen hat. Diese, durch letztere 
Mischung ausgezogenen Stoffe, deren chemische Zusammen 
setzung noch nicht genau bekannt, haben ganz unzweifel 
haft ein Aroma, welches mit einem charakteristischen Teil 
des Cognacaroma übereinstimmt. Es ist dadurch bewiesen, 
daß, um diesen typischen Bestandteil des Cognaccharakters 
aus dem Elolz in das Weindestillat überzuführen, eine ge 
nügende Menge der durch die Säure des Weins gebildeten 
Oxydationsprodukte nötig ist und wo diese Oxydations 
produkte fehlen, auch ein Teil der zur Bildung eines aroma 
tischen Cognacs nötigen Bestandteile fehlen muß. 
Auch die Art des zur Lagerung verwendeten Eichen 
holzes ist von Einfluß auf die Qualität des in ihm gelagerten 
Weinbranntweins. Durch Isolierung der Auslaugungen aus 
verschiedenen Eichenholzarten ist zweifellos festgestellt, daß 
das Auslaugungsprodukt aus dem Limosiener Steineichen 
holz milder und feiner im Aroma ist wie das aus ungari 
schem und deutschem Eichenholz. Zweifellos kommt dies 
bei der Bouquetbildung ebenfalls zum Ausdruck. 
Je länger ein Weindestillat in einem guten Eichenholz 
faß lagern kann, je mehr wird es von den aromatischen 
Substanzen aus dem Holze extrahieren und je mehr wird 
die Luft einwirken können, um sowohl diese Substanzen, 
wie die im Destillat befindlichen Oxydationsprodukte des 
Weins in die, den Cognac auszeichnenden, aromatischen 
Stoffe überzuführen, und dadurch sein Bouquet zu verbessern, 
sowie seinen Geschmack milder und angenehmer zu machen. 
Natürlicherweise geht hierbei sowohl ein Teil des Alkohol
	        
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