Full text: Wie kann die heimische Cognacindustrie und der deutsche Weinbau gefördert werden?

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dürfen nur Branntweine aus der gleichen Brennperiode und 
dem gleichen Rohmaterial herrührend, zur selben Zeit in 
den Abfüllraum gebracht werden. Die Abfüllung dieses 
Branntweins erfolgt in bestimmt vorgeschriebenen Flaschen 
größen unter Aufsicht des Steuerbeamten, in dessen Gegen 
wart nach der Füllung auch sofort ein Streifen so über 
den Flaschenmund geklebt wird, daß derselbe bei Öffnung 
der Flasche zerstört werden muß. Dieser Streifen enthält 
die Angaben, welcher Art der Branntwein ist, wann der 
selbe eingelagert und wann er auf Flaschen gefüllt, sowie 
den Namen und die Steuerrollennummer der Destiliery 
und den Staat, in welchem sich letztere befindet. Ebenso 
werden amtliche Etiketts mit den gleichen sinngemäßen An 
gaben, die auch Inhalt, Maß und Alkoholgehalt mit umfassen, 
auf jede Kiste geklebt, in welche die Flaschen verpackt 
werden. Das amerikanische Gesetz stellt auf die Wieder 
verwendung dieser amtlichen Streifen und Etiketten eine 
verhältnismäßig hohe Strafe. 
Diese Art der Qualitätsbescheinigung hat den Erfolg 
gehabt, die amerikanische Whiskyproduktion auf eine un 
geahnte Höhe zu bringen und den Import von irischem und 
schottischem Whisky ganz zu verdrängen. Gerade wie 
französischer Cognac zurzeit in Deutschland, war ehemals 
irischer und schottischer Whisky in Nordamerika allein als 
Qualitätsbranntwein anerkannt. Das Gesetz der amtlichen 
Qualitätsbescheinigungen hat aber dem amerikanischen 
Whisky das Vertrauen der Konsumenten erobert und nicht 
nur in Nordamerika, sondern auch im Auslande erwirbt 
sich unter diesen Verhältnissen der amerikanische Whisky 
immer mehr neue Märkte. Gewiß würde auch der kali 
fornische Cognac unter diesen Verhältnissen sich längst ein 
viel größeres Absatzgebiet erobert haben, wenn die Art der 
kalifornischen Weine für die Cognacfabrikation überhaupt
	        
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