Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

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Torpedoboote und Torpedobootzerstörer. Unterwasserboote. 
die Aufgabe dieser Boote nicht allein darin erblicken darf, daß sie längere Fahrten unter 
der Wasseroberfläche zurücklegen sollen, so ist es doch immerhin von großem Wert, 
wenn ein Boot, welches ähnlich den Torpedobooten für gewöhnlich sich an der Wasser 
oberfläche bewegt, für den Nahangriff plötzlich untertaucht und dann seine verderben 
bringende Waffe ungesehen und sicher vor feindlichen Geschossen aus nächster Ent 
fernung gegen das feindliche Schiff lancieren kann. Auch kann das Unterwasserboot 
zum Erforschen der Minensperren sowie zum Zerstören derselben für den Angriff auf 
feindliche Häfen eventuell gute Dienste leisten. Zur Zeit haften jedoch noch den Unter 
wasserbooten Mängel an, welche sie zu einer zuverlässigen und kriegsbrauchbaren Waffe 
noch nicht gestempelt haben. 
Zunächst bildet den schwächsten Punkt der Unterwasserboote die geringe Sichtigkeit 
unter Wasser und das Fehlen eines freien Ausblicks. Die größte Sichtweite unter Wasser 
beträgt günstigstenfalls 20 m. Die Unterwasserfahrt gleicht daher der Navigierung eines 
Schiffes im dichten Nebel. Das Boot muß daher häufig an die Oberfläche auftauchen, 
um dem Führer die nötige Orientierung zu verschaffen. Man hat zwar versucht, mit Hilfe 
von Winkelteleskopen, die in einem teleskopartig zu verlängernden Rohr installiert sind, 
welches vom Unterwasserboot bis an die Wasseroberfläche reicht, den Horizont in einem 
Umkreise von zwei Seemeilen für die Besatzung im Boot sichtbar zu machen, auch hat 
man durch das Gyroskop von Tourne ein Mittel an der Hand, die Richtung nach dem 
Ziel trotz Rollen, Stampfen und Ablenkung des Bootes beizubehalten und hiernach auch 
ohne Sichtigkeit auf das Ziel loszusteuern, doch sind die schwierige Navigierung des 
Bootes in bestimmter Wassertiefe sowie die geringe Geschwindigkeit desselben unter Wasser 
— 6 bis 8 Seemeilen — zur Zeit noch Grund genug, die kostspieligen Experimente 
mit Unterwasserbooten einzuschränken. 
Die Einrichtungen zum Senken und Heben des Bootes bestehen meist in dem 
wechselnden Spiel von Wasserballast, welcher beim Senken eingelassen, beim Auftauchen 
ausgeworfen wird, und zwar durch komprimierte Luft oder Pumpen. Die elektrisch an 
getriebenen Pumpen werden dann meist automatisch durch ein Manometer mit Strom 
versehen, welches die vom Fahrzeug einzuhaltende Tiefenlage angibt. Auch bestehen für 
die Änderung der Tiefenlage besondere Bertikalpropeller, und zur Regulierung derselben 
findet auch das Whiteheadsche Pendel Verwendung, das in Verbindung mit einem Servo 
motor das Horizontalruder bethätigt. 
Besondere Einrichtungen erfordert ferner die Ventilation des Unterwasserbootes. 
Die Lufterneuernng des Bedienungsraumes erfolgt durch komprimierte Luft bezw. Sauer 
stoff, während die durch das Atmen der Besatzung entstehende verdorbene Luft, welche 
wegen ihrer großen spezifischen Schwere zu Boden sinkt, durch besondere Pumpen nach 
Außenbord gedrückt wird. 
Als Armierung dienen automobile, lenkbare Torpedos sowie Whitehead-Torpedos, 
welche aus teleskopartigen Lanzierrohren ausgestoßen werden. Als Treibkraft benutzt 
man fast ausschließlich Elektromotoren, welche durch Akkumulatoren gespeist werden. 
Letztere haben jedoch den Nachteil, daß sie während ihrer Thätigkeit Wasserstoff abscheiden, 
welcher mit dem Sauerstoff der im Boot befindlichen Luft ein explosives Gemenge bildet. 
Es sind daher auch bereits verschiedene Explosionen vorgekommen, bei welchen der 
Schiffsrumpf erhebliche Beschädigungen erlitt. Goubet verwendet daher zur Speisung 
seines Motors Batterien mit Merkursulfat. 
Nach diesen Grundprinzipien sind in Frankreich in den letzten Jahren verschiedene 
Unterwasserboote gebaut und erprobt. Es entstanden in rascher Aufeinanderfolge 
„Goubet I", „Gymnote", „Gustave Zede", „Morse", „Goubet II", und zur Zeit sind 
noch weitere im Bau. „Goubet II" besitzt ein Deplacement von 10 Tonnen, während 
„Gustave Zede", das größte bisher gebaute Unterwasserboot, im untergetauchten Zu 
stand 268 Tonnen Wasserverdrängung besitzt. In Amerika ist von Holland ein sub 
marines Boot von 168 Tonnen Deplacement erbaut, welches bei der Fahrt über 
Wasser durch Dampfmaschinen mit Petroleumheizung, bei der Unterwasserfahrt durch 
Elektromotoren getrieben wird, welche durch Akkumulatoren gespeist werden. Es hat
	        
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