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liche Überlassung der Räume, die der Magistrat der Arbeitskammer
zuweisen würde.
So entstand die Mailänder Arbeitskammer, die erste in
Italien, die sich kraftvoll in wenigen Jahren entwickelte. Ihr
Beispiel trieb die Tätigkeit der Arbeiter verschiedener anderer
Städte an. Am Ende desselben Jahres waren schon zwei weitere
Arbeitskammern in Turin und Piacenza entstanden. Im Jahre
1893 stieg die Zahl der Arbeitskammern auf 12 und im folgenden
auf 16, nämlich in Mailand, Piacenza, Turin, Venedig, Rom,
Bologna, Brescia, Parma, Cremona, Florenz, Pavia, Verona,
Padua, Monza, Bergamo und Neapel. Im ganzen nördlichen
und im mittleren Italien machte sich ein Erwachen bemerkbar,
man war voller Sympathien und Hoffnungen für die Arbeitskammern,
die alle organisierten Arbeiter umfaßten. Im Süden
dagegen fuhr man fort zu schlafen, das geht klar aus der von
uns gegebenen Aufzählung von Arbeitskammern hervor. Südlich
von Rom bestand im Jahre 1894 nur die vereinzelte Arbeitskammer
von Neapel.
Der Erfolg der neuen Initiative diente dazu, die Tätigkeit
der Verfechter der Arbeiterorganisationen anzuspornen, beunruhigte
aber zu gleicher Zeit Presse und Vertreter der konservativen Parteien,
die in den Arbeitskammern Absichten und Neigungen vermutet
hatten, die den Unternehmern und den herrschenden Klassen
im allgemeinen direkt feindlich wären. Aber die Feindschaft der
Konservativen blieb noch latent und wagte nicht, mit bestimmten
Kundgebungen hervorzutreten. Tatsächlich verweigerte in der
ganzen ersten Periode der Arbeitskammern bis zum Jahre 1894
nicht eine Stadtbehörde, die darum angegangen war, ihre Unterstützung.
Die Opposition zog es vor, indirekte Formen anzunehmen.
Einflußreiche Industrielle, z. B. besonders wenn sie
auch Abgeordnete waren, wagten es zwar nicht, die Unpopularität
aus sich zu nehmen, die aus einer offenen Anklage, aus einem
wirklichen Angriff gegen die Arbeitskammern hätte entstehen können,
und übten dann im geheimen einen mehr oder weniger energischen
Druck auf die Regierung ans. Obwohl niemals wirkliche Be-