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„Vereinigung der Arbeitergesellschaften" für Stadt und Land in
Padua erwähnen, die u. a. sich auch vornahm, tatkräftig an der
Bildung einer Arbeitskammer mitzuwirken (1895). Luzzatti betonte
in der Rede, mit der er die neue Vereinigung eröffnete,
laut die Notwendigkeit für die Arbeiter, ihre Rechte zu verteidigen:
„Die Arbeiter sind ganz oder fast ganz von den herrschenden
Klassen, die auf die Verteidigung ihrer eigenen Interessen eifersüchtig
bedacht und stets dazu bereit find, verlassen. Die Arbeiter
müssen sich ihrer eigenen Interessen und Rechte bewußt werden
und sie in Freiheit gesetzmäßig geltend machen. Viele und hohe
Probleme sozialer Natur harren ihrer Lösung, aber sie werden
so lange tot bleiben, wie die arbeitenden Klassen Italiens nicht
einheitlich und einmütig mit lauter Stimme ihre Bedürfnisse und
ihren Willen verkünden."
Während Politiker von der Autorität und dem Ruf eines
Luzzatti eine derartige Haltung zu den Arbeitskammern annehmen,
erklärte sich die klerikale Partei mehr und mehr gegen sie. Der
jüngste und lebhafteste Teil der italienischen klerikalen Partei,
der den Grundsätzen der christlichen Demokratie anhängt, sah die
Gefahr ein, daß, wenn er nicht an der um die Arbeitskammern
entstandenen großen Bewegung teilnehme, ihm viele Arbeiter, die
bis dahin der katholischen Schar angehörten, den Rücken wenden
würden. Aber auf der anderen Seite war nunmehr die oberste
Leitung der Agitation, die sich in steigendem Maße durch die Arbeitskammern
fortpflanzt, den Anhängern der sozialistischen Partei gesichert.
Eine gemeinsame Arbeit mit der Sozialdemokratie ist den
Katholiken nicht möglich. Sie haben es ausdrücklich in den Diskussionen
des katholischen Kongresses der Lombardei in Pavia im
Jahre 1893 erklärt:
„Unsere regionale lombardische Vereinigung beschließt provisorisch und
ohne zukünftigen Generalkongressen vorzugreifen. Es ist wohl möglich, daß
katholische Arbeiter Arbeitskammern gründen, wenn die Grundsätze der christlichen
Wirtschastslehre und die vom Heiligen Vater dem Christentum vorgezeichnete
Richtung nicht verletzt werden, und daß die Katholiken grundsätzlich
an der Gründung von Arbeitskammern, die nicht ihrer Initiative entspringen,
teilnehmen, falls nur die Hoffnung vorhanden ist, daß nach der Gründung