Full text: Wert und Kapitalprofit

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lich eine Stunde usw. einer „gesellschaftlich nützlichen“ und gleich- 
zeitig „gesellschaftlich notwendigen“ oder „gesellschaftlich durch- 
schnittlichen“ Arbeit. 
Nicht die Zeiteinheit als solche ist sein Wertmaßstab (was 
ganz unsinnig wäre); aber auch nicht die auf beliebige mensch- 
liche Arbeit verwandte Zeiteinheit. Er weiß, das menschliche 
Arbeit nur Wert bildet, wenn sie für die Befriedigung eines ge- 
sellschaftlichen Bedürfnisses erforderlich, d. h. „gesellschaftlich 
nützlich“!) ist: die Arbeit eines Bergsteigers kann noch so viele 
Meterkilogramm leisten, sie schafft keinen Wert. Ja, selbst solche 
Arbeit, die beabsichtigt, gesellschaftlich nützliche Produkte herzu- 
stellen, kann wertlos sein, wenn sie „überflüssig verausgabte Ar- 
beitszeit“2) darstellt, weil entweder das vermutete gesellschaftliche 
Bedürfnis in Wirklichkeit nicht vorhanden war, oder zwar vor- 
handen war, aber von anderen Produzenten bereits befriedigt 
wurde. Das Wertmaß ist also ein Wert: wertschaffende, oder 
vielmehr: ihren eigenen Wert übertragende Arbeitszeit. 
Aber damit ist, wie Marx sehr wohl erkennt, das Wertmaß 
nur qualitativ, aber noch nicht quantitativ bestimmt, und das ist 
die Hauptsache. Wir brauchen zum Zweck des Messens überall 
eine quantitativ genau bestimmte Einheit des qualitativ geeigneten, 
weil „gleichdimensionalen“ Maßobjektes. Diese Einheit versucht 
Marx zu gewinnen, indem er eine Arbeit von ganz bestimmtem 
eigenen Wert und daher ganz bestimmter Wert bildender Kraft 
herausgreift, nämlich die „gesellschaftlich durchschnittliche“ oder 
„gesellschaftlich notwendige“ Arbeit. Und das ist die Arbeit, die 
sich charakterisiert als Verausgabung einer „durchschnittlichen“ 
und, nach dem Stande der jeweiligen Technik, „durchschnittlich“, 
„notwendig“, mit Produktionsmitteln bewaffneten „Arbeitskraft‘ 
für gesellschaftlich notwendige Zwecke. Und diese Arbeitskraft 
hat, wie man weiß, nach Marx selbst Wert, und zwar, wie er 
annimmt, den durch ihre Produktionskostenarbeit bestimmten 
Wert. 
Wenn Marx also als von seinem Wertmaß von der „Arbeits- 
stunde“, dem „Arbeitstage“ usw. spricht, so ist das ein kurzer, aus 
denkökonomischen Gründen terminologisch gekürzter Ausdruck für 
einen komplizierten Begriff, nämlich: während einer Stunde usw. 
verausgabte Arbeitskraft bestimmten Wertes, oder noch klarer: 
I) „Kapital‘, I, S. 70. 
2) „Kapital“, I, S. 71. 
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