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W. G. H. Frh. von Reiswitz.
wehen sollte: von Küssnacht her, allwo »Genosse« Bebel zu
übersommern pflegt, zog schwarzes Gewölk herauf: »Genosse«
Bebel erklärte, dass er den Tag der Siegesfreude zu verwandeln
gedenke in einen Tag schlimmer Abrechnung mit
allen denen, die sich wider den Buchstaben des Gesetzes
vergangen hatten, indem sie durch die Billigung des Bernsteinschen
Vorschlages, betreffend die Uebernahme des Postens
eines Vizepräsidenten seitens eines der Ihren und durch ihre
Mitarbeit an bürgerlichen Blättern den Spalt zu überbrücken
trachteten, der für heute und immerdar zwischen der Sozialdemokratie
und der bürgerlichen Gesellschaft klafft. Und als
endlich die 336 Delegierten der Dreimillionenpartei im Trianonsaal
zu Dresden versammelt waren, entlud sich das Wetter
mit elementarer Gewalt: durch Stunden und Tage zog sich
das böse Gezänk des entrüsteten Sturmgesellen über Akademiker,
Literaten, Revisionisten und Possibilisten hin; jeder,
der sich unterstanden hatte, und wenn es auch nur um des
lieben Lebens willen war, einem bürgerlichen Blatte seine
Feder zur Verfügung zu stellen, jeder, der es wagte, über
Parteitaktik und über Parteiziele eine andere Meinung zu
haben wie Bebel selbst und die Seinen, wurde unehrlich gesprochen,
und im Bemühen, die Berechtigung zu solchem
Verdammungsurteil unter allen Umständen darzutun, verstieg
sich der Parteidiktator sogar zu der unfairen Handlungsweise,
einen Abwesenden in endloser Schmährede zu begeifern, weil
dieser jeweilig obdachlosen Geisteskindem schriftstellernder
Genossen in der von ihm herausgegebenen Wochenschrift
gastfreundlichen Unterschlupf gewährt hatte. Die also angegriffenen
Genossen aber fanden keineswegs den Mut zu kraft,
voller Widerrede, sofern sie den Standpunkt zu verteidigen
hatten, den sie in Sachen einer Revision der Parteitaktik in
einer Anzahl sozialdemokratischer und bürgerlicher Blätter
vertreten hatten, sondern sie beschränkten sich darauf, diesen
Standpunkt zu entschuldigen, indem sie das Hauptgewicht
ihrer Verteidigung nicht auf das, was sie geschrieben hatten,
verlegten, sondern auf die Stelle, wo sie es geschrieben