— 98
gen wurde: Robert Semple. Dann reiste er selber nach
Canada, um für den Fortgang des Werkes tätig zu sein.
In Montreal erfuhr er die ganze Sachlage. Sofort schickte
er einen Boten zum Redriver, der seine baldige Hülfe
melden sollte. Indianer, im Dienste der Nordwester,
fingen aber den Mann ab und plünderten ihn aus. Die
Bitte um militärische Unterstützung, die Selkirk an den
Gouverneur von Canada richtete, wurde rundweg abgeschlagen.
Der Graf war aber ein Mann von nicht gewöhnlicher
Energie und trotz seines idealen Strebens sehr praktisch
veranlagt. — Zu jener Zeit waren noch einzelne britische
Regimenter vom letzten Kriege her in Canada stationiert.
Der Graf besuchte ihre Offiziere, besah sich die Mannschaften,
und es gelang ihm, über ioo Mann und vier
Offiziere zu gewinnen, mit ihm zum Redriver aufzubrechen.
Dort sollte ihnen ausser dem Solde Land angewiesen
werden, wenn sie behülflich wären, die Kolonie wieder
neu zu gründen. Sollten sie nicht dort bleiben wollen,
so war ihnen frei gestellt, nach Erreichung des Zweckes,
über York-Factory auf einem der Schiffe der Company
nach Europa zurückzukehren.
Mit dieser Streitmacht brach Graf Douglas im Spätsommer
1816 auf.
Inzwischen war am Red-River viel geschehen, das ein
schleuniges Eingreifen nötig machte.
Mit den neu angekommenen Emigranten waren auch
die vertriebenen zurückgekehrt, und unter Semples und
Colin Robertsons energischer Leitung wurde die Kolonisation
wieder in Angriff genommen.
Aber ganz in der Nähe von Douglas lag das Fort
Gibraltar, der Hauptstützpunkt der Nordwester unter Cameron.
Hier wurden neue Pläne geschmiedet, zur Zerstörung
der Kolonie. Zugleich waren die Indianer durch