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Schutz wider äußere Bedrohung gewähren. Und beides war eben
durch die Immobilisierung der Schutztruppen vor allem zu erreichen
(Militärgrenzlehen), indem ihr eigenes Interesse mit dem
Grund und Boden, auf dem sie angesiedelt wurden, unmittelbar
verknüpft wurde. Auch darf nicht übersehen werden, daß diese
Form der Entlohnung dem Staate viel billiger kam, da die
Transportkosten der Naturalien zum Markte, sowie der Gewinn
der Händler erspart und auch Verluste sowie Einbußen in der
Zeit zwischen Ernte und Absatz, durch Fäulnis und anderes Verderben,
ebenso wie auch Preisschwankungen vermieden werden
konnten.
Auch bei den Langobarden in Italien sind, wie die
neuere Forschung dargetan hat”), staatliche Ansiedelungen von
Kriegern zum Zwecke des Grenzschutzes im 7- und 8. Jahrhundert
vorgenommen worden (arimania). Diese Kolonisationen erfolgten
besonders auf Od- und Sumpfland, hatten somit zugleich auch
eine Amelioration des Bodens zum Zwecke. Sie wurden aber nicht
etwa aus Mangel an Geld, sondern aus militärischen und politischen
Gründen durchgeführt.
Endlich sei noch auf England hingewiesen. Dort hat die
Geldwirtschaft schon im ır. Jahrhundert eine große Bedeutung
gewonnen, gleichwohl aber war das Feudalsystem doch vorhanden.
Und ein hervorragender Kenner der Finanzwissenschaft
hat geurteilt, Wilhelm der Eroberer und seine nächsten Nachfolger
hätten es verstanden, das Feudalsystem so auszugestalten,
daß die Pflichten der Vasallen wirksam betont wurden und die
feudalen Institutionen dem Könige Geldeinnahmen brachten®?),
Ja, er führt die Erstarkung der geldwirtschaftlich verwaltenden
Zentralgewalt dort eben auf diese Zeit zurück**). Tatsächlich
wurde schon unter Heinrich I. (1 100—1135) durch das Königtum
von den Lehensmannen statt des Kriegsdienstes ein Schildgeld
(scutagium) erhoben”), das dem Könige große Geldeinkünfte zur
Verfügung stellte.
®) Vgl. Fedor Schneider, Die Entstehung von Burg- und Landgemeinde in
Italien. 1924, S. 137 ff.
®) W. Lotz, Das Aufkommen der Geldwirtschaft im staatlichen Haushalt.
Volkswirtschaftliche Zeitfragen XXX, 6 (Heft 238), 1908, S. 12.
%) Ebda. 5. 6.
®) Vgl. G. Brodnitz, Englische Wirtschaftsgesch. 1, 197.