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unterschieden werden müsse: für Arbeiten, bei welchen eine Steigerung
der Leistung mit einer proportionalen Inanspruchnahme
der Muskelkraft Hand in Hand gehe, empfehle sich eine etwas
»liberale« Prämienrate; für Arbeiten, die vor allem durch gesteigerte
Aufmerksamkeit gefördert werden können, werde eine massigere
Prämienrate genügen J ). Halsey, wie ich höre, ein von wirklich
arbeiterfreundlicher Gesinnung erfüllter Betriebsleiter, behauptet
für sein System durchaus nicht allgemeine Anwendbarkeit, die
Richtigkeit seiner Prinzipien nimmt er nur für ziemlich gleichmassig
fortlaufende Arbeiten in Anspruch. Hervorzuheben ist,
dass Halsey'& System ein beständiges Ansteigen des Stundenverdienstes
ohne Beschränkung 1 2 3 * * * * ) im Auge hat, dass er aber auch
gerade deshalb auf ziemlich niedrige Prämienraten Gewicht legt,
damit ein Herabsetzen der Prämienrate (cutting down of the rate)
vermieden werde.
Ueberaus bezeichnend für die Stellung der Arbeitgeber zu
der Ausbildung dieser neuen Lohnformen ist es, dass besondere
Massregeln erdacht werden, um den gesamten Arbeitsverdienst
durch die Prämie nicht zu hoch steigen zu lassen. Ich kann mir
es nicht versagen, auch noch auf das Prämiensystem des Mr. James
Rowan aus Glasgow, Mitgliedes der Gesellschaft der Maschineningenieure,
hier einzugehen 8 ). Gleichwie bei den übrigen Zeitprämiensystemen
wird von einer Grundzeit für jede Arbeit ausgegangen
und nach Massgabe der ersparten Zeit eine Prämie
gewährt. Rowan's System zeichnet sich nun dadurch aus,
dass die Prämie mit jeder Zeitersparnis steigt, bis nur noch die
halbe Grundzeit als tatsächliche Arbeitszeit gebraucht wurde. Von
diesem Punkte ab fällt das absolute Ausmass der Prämie wieder.
Die Prämie besteht nämlich darin, dass der zur Auszahlung gelangende
Grundlohn um ebenso viele Prozente erhöht wird, als
Zeit von der Grundzeit in Ersparung gebracht wurde. Unter der
1) Report on Gainharing and certain otlier Systems of Bonus on production
1895. S. 31 f.
2) Vgl. Anhang III. die (2) Stundenlohnkurven.
3) Es ist schon eine stattliche Literatur, die sich mit diesen Systemen von Zeitlohn-Prämien
befasst hat, seltsamer Weise sind es aber fast ausschliesslich Techniker
und technische Fachzeitungen, die sich für das Problem interessiert haben, so das
Organ der American Society of Meclianical Engineers (Transactions), die Institution
of Mechanical Engineers (Procedings 1901 und 1903), American Machinist (1899 bis
1902), The Engineer (1902), Cassiers Magazine (1898), in neuerer Zeit auch der Verein
deutscher Ingenieure (Zeitschrift desselben 1903, Bd. XLVII).
Zeitschrift für die ges. Staatswissensch. Ergänzungsheft 14.
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