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Ist es gerechtfertigt, dass sich die Arbeiter mit einer Steigerung
des Zeitlohnverdienstes zufrieden geben, wenn die Produktivität
ihrer Arbeitskraft ohne jedes Zutun der Kapitalelemente
(Werkzeug, Maschinen u. dgl.) in einem weit höheren Ausmasse
gestiegen ist? Ist es gerechtfertigt, dass die Arbeiter sich begnügen,
dass ihr Lohneinkommen, auf die Zeiteinheit bezogen,
steigt, während die Steigerung der Produktivität ihrer Arbeitskraft
günstigsten Falles der Gesamtheit in Gestalt verbilligter
Warenpreise zukommt, und während das Verhältnis ihres Lohnes
zum gesamten Produktionswert im Rückgang begriffen ist? — Die
Antwort lautet nach dem Gesagten dreimal Nein!
Das ist der Punkt, an dem, wie ich meine, wir, obgleich so
viele Dezennien später, immer noch auf den genialen einzig richtigen
Gedanken Rodbertus’ zurückgreifen müssen. Rodbertus hat
1862 in ganz klarerWeise das Postulat formuliert, dass der Arbeitslohn
mit der Produktivität wachsen müsse. Er hat dabei noch
die »Produktivität« allgemein verstanden wissen wollen; darum
handelt es sich in unserem Falle zunächst nicht einmal, sondern
nur darum, dass die Erhöhung der Produktivität ausschliesslich
auf Grund der Entwicklung der Geschicklichkeit und Intelligenz
auch ganz ausschliesslich eine uneingeschränkte proportionale
Lohnerhöhung fordert; damit kommt diese Produktivitätssteigerung
auch schon der Gesamtheit zu gute.
An der Produktionsverbilligung hat allerdings auch die Arbeiterschaft
in gewissem Ausmasse Interesse, aber nur, wenn jene
nicht in der Herabsetzung der Werklöhne ihre Wurzel hat;
vor allem gewiss an der Verbilligung infolge Rückganges des
Kapitalzinses. Bei Fortschritten in der Technik liegen die Dinge
schon anders. Hier liegt eine Produktivitätssteigerung vor, an
der die Arbeiter keinen Anteil haben, aber die Verbilligung, die
daraus resultiert, kommt ihnen zu gute, sofern die technische Produktivitätserhöhung
nicht in der Ausschaltung von Arbeitskräften
gipfelt, deren Klasse dadurch eine Schwächung ihrer Kaufkraft
erfährt. Denn obgleich die Erreichung der Produktivitätsteigerung
(z. B. maschinelle Ausgestaltung des Produktionsprozesses) eine
anderweitige Bindung von Arbeitskräften vielfach voraussetzen
wird, so kann trotzdem eine Verdrängung von solchen als Saldo
dieser Bilanz sich herausstellen.
Gerade im Hinblicke auf derartige Fälle einer Produktivitätssteigerung,
in denen ohnehin der Anteil des Arbeitslohnes am