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kennt. Mit wenigen Ausnahmen muss gesagt werden, dass —
und vor allem gilt das von den deutschen Stadtverwaltungen —
dass man sich noch zu keinem Standpunkt aufgeschwungen hat,
der gewissermassen als Lösung der Vorfrage für eine Reihe wichtigster
Erscheinungen eingenommen werden muss. Der Grund
dafür ist zunächst gewiss auch in dem Umstand zu suchen, dass
man über die Vorstellung einer ganz bestimmten Relation zwischen
den Einkommensverhältnissen der Arbeiter zu denen der
übrigen Klassen nicht hinauskommt. Noch mehr aber fehlt es
m. E. wohl an Einsicht gegenüber Veränderlichkeit, sowie am
Blick für den tatsächlichen Wandel, denen das Arbeitsverhältnis
in seinen Grundlagen unterliegt.
Es können in diesem Zusammenhang nur in aller Kürze die
Tendenzen des Entwicklungsganges angedeutet werden; da ich
aber den Einblick in dieselben für eine wichtige Voraussetzung
einer vorurteilslosen Stellungnahme zu den Emanzipationsfragen
der Arbeiterschaft halte, so kann ich nicht verzichten, hier darauf
einzugehen.
Die Entwicklung der Individualwirtschaft lässt zwei das Prinzip
der Arbeitslast durchdringende Tendenzen zum Durchbruch
kommen, die sich bemerkbar machen, sobald und insoweit eine
Arbeitsaufgabe auch tatsächlich als Last empfunden wird *). Die
beiden Tendenzen sind: I. Abwälzung der Arbeit auf andere,
2. Verminderung der Arbeitslast durch und für den einzelnen Arbeitenden
selbst. Führt die zweite Tendenz in der Hauptsache
zur technischen Vervollkommnung der Arbeitsprozesse, so bildet
die erste das treibende Element für die Ausgestaltung der verschiedenen
Formen von Organisation der Arbeitskräfte und damit
auch der verschiedenen Grundlagen des Arbeitsverhältnisses
schlechthin.
Das Ziel der Arbeitsabwälzung wird nämlich erreicht: I. zunächst
durch reine Gewaltverhältnisse, unter denen die
väterliche Gewalt wohl eine besondere Stellung einnimmt; dass
auch der natürlichen Uebermacht des Mannes gegenüber der
Frau eine grosse Bedeutung zukommt, wird nicht ganz in Abrede
zu stellen sein. Vor allem aber ist an die Sklaverei zu denken;
l) Es soll aber mit diesem Satz und den folgenden Gedanken keineswegs der
Theorie vom horror laboris die Reverenz bezeugt werden. Nach den Bücher'sehen
Forschungen (vgl. Arbeit und Rhythmus, insbes. I. Kapitel) kann die Unrichtigkeit
dieses Studierstubenproduktes wohl nicht mehr angezweifelt werden.