C. Gründe des Geburtenrücdgunges 37
vivo ın Fabriken, jonderr auch in den öffentlihen VBerkehrsaujiulten, in
Beamtenftellungen, Und dabei ind Befjondec® ftart auch die ver:
heirateten Frauen der einberufenen Krieger beteiligt.
Sn einer Zufammenftellung im „Reicdhsarbeitsblatt“ (Nr. 6, 1916) wird die 3 u-
nahmebder weiblidgen Berfiderten in den Kranfenkajfen vom 1. Iuli
1914 bis zum gleidhen Datum 1916 auf ftark eine Halbe Million ge[hHägt. Befjonders
Hark war die Vermehrung in der Metall- und Mafchinenindufirie. So jtieg diefe Zahl
‘n 88387 Betriebstranfenkaflen von 60000 vor Kriegsanusbruch auf 140000. Die
Rruppfche Gußjtahlfabrit in Cljen befchäftigte am 1. Apri! 1916 allein 18 028 Arbeite-
finnen gegen 1166 am 31. Dezember 1914. Um 1. Februar 1916 kamen in 5713
Rranfenkaijen auf 3,9 Millionen männliche verficherungspflidhtige Mitglieder
»benfo viele weiblide Mitglieder (Neichsar beitsblatt).
Außerordentliche Heiten erfordern außerordeutlidhe Maßnahmen, und
io verdient eS unfern nationalen Dank, daß Hundertiaujende deutjcher
rauen mit bemwmunderungsmwürdigem Sejchik und unter voller Einfegung
‘rer Berjon die Lücden ausfüllen, die der Krieg in den Meihen unferer
arbeitenden Männer gerifjen hat. Mach den: Kriege aber werden fie den
Männern wieder Plag machen müfjen, und dies wird ich nicht ohne große
Schwierigkeiten und unter jtarfem Wibderftreben der Frauen vollziehen.
Sedenfalls wird fidh eine große Zahl von Frauen in den neugewonnenen
Stellungen zu behaupten fuchen. Um fo mehr gilt eS, uns Klarheit über
re Gefahren diejer Entwidiung zu geben, und e8 {ft eine befondere Aufgabe
per Überführung der Kriegs in die Friedenswirtfchaft, auch hier wieder
1orniale Verhältniffe Herzujtellen.
IX. Mangel an Dpferlinn, Sebensmut und Gottvertrauen
Wohlleden und Senußjucht hat uns entnervt. E fehlt der rechte Opfer-
geift. GemwiB legen Schwangerichaft, Wochenbett, Pflege der Kinder, Sorge,
in gefunden und kranken Tagen, bei Nacht und Tag, Sorgen für die Meinen,
oc) mehr jür die Antwachienden und ihre ipütere Lebensftellung manche
Entjagung und Opfer auf; gewiß ıruß auf manden Genuß, manche berech-
Ngte Erholung (Reije, Badekur ujw.) verzichtet werden, aber von einer
entichlofjenen Mutter, von einem Vater, der Verftand und Herz hat,
werden dieje Opfer gern aus Liebe zu den Kindern gebracht. Der Dank
und das Glück diejer gibt reichen Lohn, Eine verzärtelnde Erziehung und
einjeitige Verftandesbildung hat den frifichen wagenden Lebensmut, geftübt
auf eigne Kraft und Gottvertrauen, gelähnıt. Vor allem aber fehlt das
ernite Pilichtgefühl, das Bewußtfein der Hohen fittliden Verantwortung
gegenüber denen, die unz Gott zur Obhut anvertraut hat — oder an-
vertrauen will.
Der feste und tieflte Grund it der Kücgang der Religioft
tätund des GotteZalaubens. Ein glaubensftarfes Volk wird
der Stimme der Natur und des Semiens folgen — troß der Lodunaen
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