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betragen hatte, wären 170,222 Millionen Rubel
(nach der Relation von 3*/z:1) zur Einlösung
nötig gewesen. Die metallische Deckung war
aber nur sür zirka 20°/g vorhanden. Die Re
gierung gab nun für 170,222 Millionen —
größtenteils ungedeckte — Kreditbillets aus und
nahm den Besitzern der früheren Depositenscheine
das ihnen anfangs gewährte Recht der Bar
einlösung! Durch diesen Kniff wurde freilich
die schwebende Staatsschuld um 425*4 Millionen
Rubel mit einem Schlag verringert — aber auf
eine Weise, die man nicht näher zu charakteri
sieren braucht. Dem Publikum wurde das
Silber förmlich aus der Tasche gestohlen und
unter dem Vorwand, es in Depot zu nehmen,
gänzlich entzogen. Selbst der wirkliche russische
Staatsrat von Bloch, der bekannte Friedens
theoretiker, ein lammfrommer Mann und un
verfälschter Patriot, vermag in seiner Geschichte
der russischen Finanzen sein Erstaunen über die
Dummheit des Volkes, das Metall für Scheine
gutgläubig hingab, nicht zu unterdrücken. Wir
staunen mehr über die brutale Ausbeutung der
nationalen Unwissenheit durch eine skrupellose
Regierung und die Indolenz einer Bevölkerung,
die sich systematische Beraubung gefallen läßt.
Für das Ausland hatte die russische Maß
regel damals so gut wie gar keine Bedeutung, um
so'stärkere für das Inland. Unternehmungslust
und Kredit waren für lange Zeit hinaus ge
schwächt; im bulletin Russe de statistique
financiere von 1899 findet sich eine Uebersicht
der Aktiengesellschaftgründungen im 19. Jahr
hundert, woraus man deutlich die starke, durch
die Devalvation hervorgerufene Depression ent
nehmen kann. Freilich waren die Wirkungen
für die ganze Wirtschaft noch nicht so zerstörend,
als man aus den ersten Blick meinen würde,
weil das Zarenreich damals noch das Gepräge
des Agrikulturstaates trug. Die in die Geld
wirtschaft einbezogenen Kreise empfanden da
gegen mit voller Wucht den schweren Schlag —
und sie vergaßen ihn auch nicht so bald; noch