Full text : Notiz über die Alkoholregie in Russland

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Es  folgte  eine  lange  Reihe  von  Konferenzen,  welche  endlich  zu
dem  Gesetze  vom  14.  Mai  1885  führten.  Es  schuf  spezielle  Behörden
mit  der  Bestimmung,  den  Spirituosenhandel  zu  moralisieren  und,  um
eine  Wandlung  in  den  Gewohnheiten  des  Volkes  herbeizuführen,
begünstigte  es  auf  Kosten  der  Schanklokale  diejenigen  Handlungen,
in  welchen  Alkohol  nur  zum  Mitnehmen  verkauft  wurde.
Diese  Maßregeln,  die  nur  Palliativmittel  waren,  konnten  die
unheilvollen  Wirkungen  des  bestehenden  Systems  nicht  beseitigen,
und  die  mangelhafte  Organisation  der  Alkoholbesteuerung  verblieb
eine  Sorge  des  Kaisers,  der  immer  mehr  von  der  Überzeugung
durchdrungen  wurde,  daß  es  notwendig  sei,  an  eine  radikale  Reform
der  Art  der  Besteuerung  zu  schreiten.  Schon  vor  1885  forderte
Kaiser  Alexander  III.  den  Finanzminister  Bunge  auf,  ihm  ein  Projekt
des  direkten  Verkaufes  von  Spirituosen  durch  den  Staat  zunächst
nur  für  eine  gewisse  Anzahl  Gouvernements  vorzulegen;  daß  sollte
ein  Versuch  werden.  Herr  Wyschnegradsky  zögerte  ebenfalls,  sich
gewissermaßen  ins  Ungewisse  zu  stürzen.  Die  Hungersnot  von  1891
und  die  Erfahrungen,  welche  man  bei  dieser  Gelegenheit  machte,
erschienen  aber  ausschlaggebend  und  man  beschloß,  zuerst  einen
Versuch  in  den  vier  östlichen  Gouvernements  zu  machen.
Gegen  das  Ende  seiner  Regierung  hatte  Kaiser  Alexander  III.
endgültig  beschlossen,  den  direkten  Verkauf  von  Spirituosen  durch
Agenten  des  Ärars  einzuführen,  und  er  befahl,  den  Anfang  zuerst
in  den  Gouvernements  Perm,  Ufa,  Orenburg  und  Ssamara,  sodann  in
25  Gouvernements  des  Südens,  Süd-Westens  und  Nord-Westens,
sowie  im  Königreiche  Polen  zu  machen.
»Das  System  des  direkten  Verkaufes  alkoholischer  Getränke
en  gros  und  en  detail  wird  der  Regierung  wirksame  Waffen  geben,
um  gegen  die  Mißbräuche  zu  kämpfen,  die  guten  Sitten  zu  schützen,
den  Ruin  der  Bevölkerung  zu  verhüten  und  die  Volksgesundheit  zu
bewahren.
Man  kann  sich  allerdings  kaum  die  enormen  Schwierigkeiten
vorstellen,  die  überwunden  werden  müssen,  um  die  neue  Organisation
in  allen  Stücken  durchzuführen.
Obgleich  in  den  modernen  Finanzsystemen  die  Steuererhebung
im  Wege  des  Monopoles  vielfach  Anwendung  findet,  ist  es  dennoch
zweifellos,  daß  die  Einführung  des  Spiritusmonopoles  eines  der
            
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