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Beamtenverhältnisse.
dadurcli nur eine Bestätigung erfahren, und die, bis vor :
Kurzem in Deutscldand noch fast überall fehlende, Einrich-1
tung besonderer Districtsorgane für die eigentliche Verkehrs
verwaltung dürfte für Bahnen von grösserem Umfange und coin-
plicirten Verhältnissen sich gewiss allgemein empfehlen.
Beamten- Was im Weiteren die Beamtenverhältnisse der englischen
Verhältnisse. Bahnen betrifft, so ist das Personal für den äusseren Güter-
Güterexpeditio- dieiist auf deii Statioiien — nicht in den Ex2)cditionsbüreaus,
welche bedeutend schwächer als bei uns sind *) — in der
Pegel reichlich bemessen, doch kommt dafür die, andern
falls eben nicht mögliche grosse Schnelligkeit und Sicherheit, .
mit welcher der Güterverkehr im Allgemeinen ausgeführt
wird, in Betracht, sowie dass wenigstens im Waarenverkehr
auch die Sendungen von grösserem Umfang, „die Wagen
ladungen“, durch die Eisenbahnverwaltung ein- und ausgeladen
werden. Endlich drängt sich dadurch, dass die Güterzüge
meist des Nachts laufen, der Güterbodendienst mehr auf
gewisse Tageszeiten — die frühen Vormittags- und die späten
Nachmittags- sowie die Abendstunden — zusammen, und um
in der kürzeren Frist dasselbe Arbeitsquantum zu bewältigen,
muss natürlich gleichzeitig ein zahlreiclieres Personal thätig
sein. Dies darf nicht ausser Acht gelassen werden, wenn die
tägliche Arbeitsleistung pro Kopf mit der in Deutschland
verglichen wird, wo die Arbeit gleichmässig sich über den
ganzen Tag vertheilt.
Die Güterexpeditionen werden nur durch wirkliche Be
amte verwaltet, und gewiss mit Pecht verwirft man die '
neuerdings auf einer deutschen, der badischen Staats-Bahn
eingeführte Ueberlassung derselben an Privatunternehmer, da
in einem so verwickelten Geschäftsbetrieb wie der der Eisen
bahnen, Zusammenfassung der wesentlichen Functionen in eine
Hand, und unbedingte Disposition über alle direct niitwirken- j
‘) Vergleiche S. 92.
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