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Wähler zur Urne treibt. Ich verwerfe natürlich jeden Druck, der
etwa auf den Wähler ausgeübt wird. Es muss die völlige Freiheit
für jeden Gewerkschaftler aufrecht erhalten werden, nach
seinem Gewissen und seiner Einsicht zu wählen, und wäre seine
Stimme den Interessen der Gewerkschaftsbewegung auch direkt feindlich
. Aber jeder Wähler muss Programm und Ziele der Gewerkschaften
genau kennen und in einheitlicher, klarer, leicht verständlicher
Form vor Augen haben. Und nicht nur für die Hauptwahl, sondern
auch für die Vorwahl 1 ) muss das Interesse geweckt werden, damit
er die Politik der betr. Partei so beeinflussen hilft, wie dies den
Interessen seiner Klasse und der Gesellschaft entspricht, und da-0
Die amerikanische Vorwahl (primorie) entspricht unseren deutschen
Parteitagen. Das vom Autor geschilderte Zweiparteiensystem ist die notwendige
Folge dessen, dass man keine Stichwahlen kennt, sondern dass derjenige gewählt
ist, der die meisten Stimmen erhält, ohne dass er eine Mehrheit zu haben
brauchte. Bei diesem System können natürlich überhaupt nur die zwei Gegner
in die Hauptwahl eintreten, die als die stärksten gelten; um nun aber zu
unterscheiden, welche von allen vorhandenen Kandidaten die Aussicht haben,
in der Hauptwahl als Anziehungspunkt für eine grosse Stimmenzahl zu wirken,
werden privatim diese Vorwahlen veranstaltet. Sie sind die eigentlichen Ursachen
der in der Politik des Landes eingerissenen Korruption, nicht nur deren Brutstätte,
sondern geradezu eine zur Hervorbringung solcher Jammerzustände konstruierte
Maschine, in die die Plutokratie nur das Geld hineinzuwerfen
braucht, um die Demokratie in ihr Gegenteil zu verwandeln, ohne dass diese es
selbst merkt. Als Beispiel möge nur dienen, dass auf diese Weise die Republikaner,
diese heute allmächtige Kapitalistenpartei, ihre Gegner dadurch zermalmen,
dass sie oft bereits in der Vorwahl der Demokraten die Aufstellung eines
Republikaners durchsetzen, so dass der Wähler in der Hauptwahl gar nicht
mehr die Entscheidung zwischen einem Republikaner und einem Demokraten,
sondern zwischen einem offenen Republikaner und einem versteckten Republikaner
hat. Die berüchtigtsten dieser republikanischen „Demokraten“ sind
Tammany, dieser Klub von Börsenmagnaten, der in New-York haust und die
„ehrlichen“ Demokraten in der Wahl veranlasst, republikanisch zu stimmen, um
damit die eigene Macht zu brechen. Aber auch in der Präsidentschaftswahl 1904
versuchen Mill, Beimont und Genossen in der Gestalt des Richters Parker einen
solchen den Republikanern gefügigen Demokraten in der Vorwahl durchzuzuschmuggeln,
und die berühmte Kompagnie des „Silberfritzen“ Bryan war
nicht viel anders, als ein Lächerlichmachen der demokratischen Partei durch
ein Prinzip, das im Falle der Durchführung einer bestimmten Gruppe der
Republikaner, den Silbergrubenbesitzern, die Tasche gefüllt hätte.
Es ist also sehr richtig, dass derjenige, der in Amerika das System
bessern will, bei diesen Vorwahlen einzusetzen hat, und solange diese bestehen
, in ihnen seine Stimme zur Gesundung der Partei in die Wagschale
werfen muss, von der er dann vertreten sein will.
Der Übersetzer.