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wertes ermöglicht. Früher haben die Arbeiter die Profite der Unternehmer
überschätzt und sich für ausgebeutet gehalten, und die
Unternehmer werteten den Einfluss der steigenden Lebensmittelpreise
auf die Löhne zu gering.
Die Arbeitsverträge sind ein Geschäft und gerade durch das
Geschäftsmässige derselben werden die besten Resultate erzielt. In den
ersten Verhandlungstagen scheinen die Interessen oft unversöhnlich,
weil die radikaleren Redner von beiden Seiten auftreten, aber in
der Tarifkommission (scale committee) kommen die gemässigteren
Kräfte meist zu einer Verständigung. Deren Vorschläge werden
bei den Vereinigten Bergarbeitern dann der Generalversammlung
vorgelegt, in der Bergleute und Unternehmer nach Staaten
stimmen. Bisher sind dabei diese Vorschläge noch immer angenommen
worden, und jeder war geneigt, zum Zwecke dieses Kompromisses
einige Zugeständnisse zu machen. Mit jedem neuen
Vertrag werden beide Parteien gemässigter, und die grösseren
Gefahren eines drohenden Streikes machen den Frieden wahrscheinlicher.
40. KAPITEL.
Der Kohlenstreik von 1902.
Das Eindringen der grossen Eisenbahngesellschaften.
Der Kampf der Arbeiter um Selbstverwaltung und Besserung
der Lage ist ein langsames, unaufhörliches Aufwärts. Die Entscheidung
ist nicht in einigen Streiks oder mit dem Auftauchen
einiger bedeutender Führer gefallen, sondern die Kraft erwuchs
aus der Masse der Männer durch wachsendes Selbstvertrauen und
Solidaritätsgefühl. Aber doch hat die Bewegung einige dramatische
Momente, die die Blicke der Gesamtheit auf die Arbeiterschaft
richteten und durch das darin gezeigte Interesse dieselbe förderten.
Ein solches dramatisches Ereignis war der Anthrazitkohlenstreik
von 1902. An Dauer, Zahl der Beteiligten, Entschlossenheit
und Verlusten nimmt er unter den Arbeitsstreitigkeiten eine
hervorragende Stelle ein. Mit einem Schlage legten 150 000 Männer
und Burschen die Arbeit nieder und während fünf Monaten brachten