Full text : Organisierte Arbeit

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durch  das  Althergebrachte,  durch  Gewohnheiten,  Grundrente,
Zinsen,  Aufsicht  und  Profit:  Momente,  die  durch  ein  Steigen  der
Löhne  nicht  beeinflusst  zu  werden  brauchen.  Und  endlich  konsumiert
der  Arbeiter  nicht  entfernt  alle  seine  Arbeitsprodukte;  steigende
Löhne  von  Diamantschleifern  und  Arbeitern  in  der  Luxusindustrie
werden  die  Kaufkraft  seines  Lohnes  ebenso  wenig  verändern,  wie
eine  bessere  Bezahlung  persönlicher  Dienstleistung  für  Reiche.
Man  könnte  ja  eine  solche  Anschauung  sonst  auch  herumdrehen
und  behaupten,  ein  Sinken  der  Löhne  schade  dem  Arbeiter  nicht,
die  Preise  müssten  gleichmässig  fallen  —  und  schliesslich
brauchte  man  überhaupt  keine  Löhne  mehr  zu  zahlen!
Das  Gesetz  von  Angebot  und  Nachfrage,  von  dem  so  viele  behaupten, ­
  dass  es  unbeeinflussbar  sei,  arbeitet  eben  nicht  automatisch.
Dem  Drucke  der  Oeffentlichkeit,  die  skrupellos  auf  die  Zurückschraubung ­
  der  Preise  hinarbeitet  und  dem  Einfluss  der  Zwischenhändler ­
  auf  den  Fabrikanten  muss  ein  Gegendruck  gegenübergesetzt,
  Einhalt  geboten  werden.  Den  Halt  hat  man  früher
darin  gesucht,  dass  beim  Sinken  des  Lohnes  unter  eine  bestimmte
Grenze  die  Heirats-  und  Geburtenrate  sinken  und  dass  dann  durch
das  geringere  Arbeitsangebot  in  der  folgenden  Generation  die
Löhne  wieder  steigen  würden.  Aber  einmal  hat  sich  diese  Theorie
insofern  als  falsch  erwiesen,  als  auf  einer  gewissen  Stufe  von
Armut  die  Kinderzahl  gerade  steigt  und  in  den  wohlhabenderen
Kreisen  am  ersten  sinkt.  Und  dann  würde  dieser  Trost  für  den
Arbeiter  auch  etwa  so  überzeugend  sein,  wie  der  für  den  Krebs,
er  könne  es  nicht  mehr  fühlen,  lebendig  gekocht  zu  werden,  weil
er  es  durch  viele  Generationen  hindurch  gewöhnt  sei.
Wie  wir  oben  zeigten,  hat  sich  für  unseren  Staat  das
Problem,  den  Reichtum  im  allgemeinen  zu  heben,  umgewandelt
in  das  der  Verteilung  der  vorhandenen  Güter.  Heute  ist  es
möglich,  dem  Arbeiter  bei  dem  Stand  seines  Lohnes  die  von  uns
heute  als  Bedürfnis  empfundenen  Annehmlichkeiten  zu  verschaffen,
wie  die  alte  Gesellschaft  sie  ihm  nicht  leisten  konnte.  Aber  die
durch  Maschinenkraft  vermehrte  Produktivität  der  Arbeit  kann
der  Arbeiter  eben  nur  dann  geniessen,  wenn  eine  starke  Gewerkschaft ­
  den  Nachweis  führt,  dass  diese  Löhne  gezahlt  werden
können,  ohne  die  industrielle  Vorherschaft  des  Volkes  zu  gefährden.
Da  wir  die  amerikanische  Lebensführung  nicht  mit  der  englischen,
  deutschen,  russischen  und  chinesischen  vergleichen  können,
und  da  der  praktische  Idealismus  unseres  Volkes  eingesehen  hat,
            
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