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lächerlich zu machen, dass man sie übertreibt: „Sie wünschen
eine Verkürzung auf 8 Stunden, warum nicht auf 6, 4 oder
2?“ sollte mit der Umkehrung beantwortet werden: „Sie verlangen
10 Stunden Arbeit von mir — warum nicht 15, 20 oder
24?“ Wir verlangen nichts unvernünftiges und wollen natürlich
jeden Einzelfall nach seinen besonderen Umständen behandelt
wissen.
Vor der Anthrazitkohlenstreik-Kommission erklärten mir die
Anwälte, sie selbst arbeiteten 14—15 Stunden täglich und glaubten,
dass ich dasselbe tue. Warum solle die Gewerkschaft ein Recht,
haben, für irgend einen freien Bürger die Stunden seiner Arbeit
zu begrenzen ? Es ist richtig, dass Arzte und Anwälte oft ausserordentlich
lange arbeiten, ohne eine Begrenzung dieser Zeit durch
Gesetz und Vertrag zu erstreben. Aber ein Vergleich zwischen dieser
Arbeit und der des Lohnarbeiters ist nicht ohne weiteres zulässig.
Biese Leute erreichen meist, ebenso wie der selbständige Bauer,
einen wachsenden Ertrag aus ihren Überstunden; und besonders
der Unternehmer arbeitet, wann, wo und wie er will, während der
Arbeiter in der Regel muss, wann, wo und wie. Der Unterschied
des Arbeitens an einer Sache, die mich interessiert, und an einer
solchen, die mir von anderen vorgelegt wird, ist derselbe wie der
zwischen Vergnügen und Arbeiten.
Gegenüber dem Einwurf landläufiger Kritik, es sei unamerikanisch,
wenn man, falls ein Einzelner über 8 Stunden arbeiten
wolle, dann einen anderen, fleissigeren daran hindern wolle, dies nach
seinem Willen zu tun, haben wir bereits gesehen, dass dem Unternehmer
die Erhöhung der von ihm festgesetzten Mindestarbeitszeit
bei gelegentlicher Arbeitshäufung erleichtert wird, wenn die Gewerkschaft
nicht ein Maximum dem gegenüberstellt. In den Vertrag
über die Länge des Arbeitstages sollten auch stets Bestimmungen
über Überstunden aufgenommen werden. Damit der Unternehmer,
der über die Notwendigkeit dieser Überstunden befindet, dieselben
nicht zu einer regelmässigen Einrichtung macht, und dafür schliesslich
nur den ursprünglichen Grundlohn bezahlt, müssen die Überstunden
höher entlohnt werden, zum Lohn von 1 y 4 , 1 1 / 2 bis 3 normalen
Arbeitsstunden. Dies bedeutet gleichzeitig ein gerechtes Entgelt für
den Arbeiter, für den die letzte Stunde naturgemäss die schwerste
ist. Theoretisch wird damit einem Übergriff des Unternehmers vorgebeugt;
tatsächlich sind aber in der Praxis die Überstunden selbst
zu einem höheren Satze zu einer stetigen Einrichtung geworden,