Full text : Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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3.  Zur  Geschichte  des  deutschen  Buchhandels.

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für  ganz  kleine  Landlungen,  wie  besonders  für  Buchbindereien,  die  daneben  auch
Buchhandel  betreiben.  Mit  dieser  Art  des  Kommissionsgeschäfts  beschäftigen  sich
wenige  Leipziger  Kommissionshandlungen,  die  besonders  derartige  Firmen  zu  Kommittenten ­
  haben;  es  sind  das  die  sogenannten  „Buchbinderkommissionäre".

3.  Zur  Geschichte  des  deutschen  Buchhandels.
Von  Gustav  Fischer.

Fischer,  Grundziige  der  (Organisation  des  deutschen  Buchhandels.  Jena,  Gustav  Fischer,
istOZ.  S.  U—W-Frankfurt
  a.  M.,  dessen  Messen  schon  im  13.  Jahrhundert  (1240)  bestanden,
war  um  die  Mitte  des  15.  Jahrhunderts  der  bedeutendste  deutsche  Meßplatz  geworden
und  wurde  von  Kaufleuten  aus  allen  europäischen  Ländern  besucht.  So  war  es  denn
natürlich,  daß  auch  der  Landschriftenhandel  hier  einen  Lauptabsaymarkt  fand,  und  daß
der  ihn  ablösende  Buchhandel  ebenfalls  auf  der  Frankfurter  Messe,  wo  alle  Welt
zusammenkam,  seine  Waren  abzusetzen  suchte.  Schon  Fust  und  Schösser,  die  ersten
Mainzer  Drucker,  hatten  in  den  sechziger  Jahren  die  Erzeugnisse  ihrer  Pressen  in
Frankfurt  ausgeboten.  Ihrem  Beispiel  folgten  bald  andere  Drucker  und  Verleger,  die
regelmäßig  mit  einem  größeren  Büchervorrat  zu  den  Messen  zogen  und  dort  zunächst
an  den  Kaufleuten,  welche  die  Bücher  neben  anderen  Waren  vertrieben,  später  auch
an  den  selbständigen  Buchführern,  dann  aber  auch  an  den  Bücherliebhabern  dirett  die
Käufer  für  ihre  Werke  fanden.  Schon  in  den  siebziger  Jahren  des  15.  Jahrhunderts
fanden  diese  regelmäßigen  Besuche  der  Verleger  auf  der  Frankfurter  Messe  statt.  Am
die  Wende  des  Jahrhunderts  finden  wir  bereits  einen  ausgedehnten  Meßbesuch  in
Frankfurt  seitens  des  Buchhandels,  ja  größere  Verleger,  wie  Antoni  Koberger  in
Nürnberg,  hatten  schon  im  Beginne  des  16.  Jahrhunderts  (1506)  dauernde  Niederlagen
in  Frankfurt,  um  die  Kosten  für  den  jedesmaligen  Transport  nach  und  von  der
Meßstadt  zum  Verlagsort  zu  sparen.  Die  selbständigen  Buchführer  aber  suchten  zu
ihren  Einkäufen  natürlich  auch  mit  Vorliebe  die  Meßstadt  auf,  wo  sie  die  große
Auswahl  und  Übersicht  über  die  sämtlichen  neuen  Erscheinungen  hatten,  aus  denen  sie
dann  ihren  eigenen  Büchervorrat  zusammenstellten.  Neben  diesem  Verkauf  an  Zwischenhändler ­
  und  Büchcrliebhaber  fand  auf  der  Messe  aber  auch  der  Verkehr  der  Verleger
untereinander  statt.  Lier  wurden  die  Verlagsassoziationen  geschlossen,  hier  ging  der
allerdings  damals  noch  weniger  entwickelte  Tauschhandel  vor  sich,  hier  wurde  mit  den
Druckern,  Papierhändlern  k.  Rücksprache  genommen  und  neue  Aufträge  erteilt.  Wie
für  den  übrigen  Lande!,  so  war  die  Messe  auch  für  den  Buchhandel  Zahlungstermin
und  Zahlungsort.  Lier  wurden  die  Schulden  an  die  Drucker  von  den  Verlegern  oder
an  die  Verleger  von  den  Buchführern  eingelöst.  Die  Messe  bildete,  wie  Lase  sich
ausdrückt,  „als  Ort  der  Anbahnung  und  des  Abschlusses  größerer  Geschäfte,  als
Abrechnungsziel  und  Zahlstelle,  die  Grundlage  des  gemeinsamen  geschäftlichen  Verkehrs."
Neben  Frankfurt  bildete  sich  von  den  siebziger  Jahren  des  15.  Jahrhunderts  an
eine  zweite  Büchermesse  aus,  die  zunächst  mehr  dem  Verkehr  des  norddeutschen  Buchhandels ­
  diente,  später  aber  auch  für  den  süddeutschen  Buchhandel  von  Bedeutung  war,
dagegen  den  internationalen  Buchhandel  nicht  wie  die  Frankfurter  in  sich  vereinigte.
Es  sind  das  die  Messen  der  Stadt  Leipzig,  die  in  der  späteren  Geschichte  des  deutschen
Buchhandels  noch  eine  so  hervorragende  Rolle  spielen  sollten.  Die  Bedeutung  der
Leipziger  Messe  für  den  buchhändlerischcn  Verkehr  verschwindet  allerdings  zunächst  noch
            
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