Full text : Die Entwicklung der Weißgerberei

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die  Maschine  einzubauen,  Größe  und  Umdrehungsgeschwindigkeit  der
Walzen,  die  Regulierung  des  Druckes  der  Walzen,  In-  und  Außerbetriebsetzung ­
  der  arbeitenden  Teile,  Zuführung  des  Felles  usw.,  den
jeweiligen  Ansprüchen  anzupassen.  Betrachtet  man  diese  Maschinen  in
ihrer  heutigen  Entwicklung,  so  stellen  sie  einen  vollkommen  maschinenmäßigen ­
  Typ  dar,  welcher  Anklänge  an  handwerksmäßige  Technik
kaum  mehr  besitzt;  es  sind  Maschinen  im  vollsten  Sinne  des  Wortes,
bei  welchen  das  Problem  der  zu  leistenden  Arbeit  im  neuen  Geiste
maschinenmäßiger  Technik  gelöst  ist.  Nicht  das  Gleiche  läßt  sich  von
den  im  folgenden  zu  besprechenden  Maschinen  sagen.
Das  Schlichten  kann  besorgt  werden  auf  der  Universalstoll-  und
Zurichtemaschine.  Das  Prinzip  des  kontinuierlichen  Prozesses  ist  hier
schon  nicht  mehr  vollkommen  erfüllt,  insofern  das  zu  bearbeitende  Fell
erst  in  den  Schrägen  oder  Schlichtrahmen  geklemmt  werden  muß,  um
dann  von  oben  her  den  arbeitenden  Teilen  zugeführt  zu  werden  und
nach  der  Bearbeitung  wieder  noch  oben  die  Maschine  zu  verlassen.
Das  Einsenken  in  die  Maschine  muß  dann  eventuell  noch  ein  zweites  Mal
wiederholt  werden,  und  dabei  ist  dann  erst  die  Bearbeitung  der  einen
Hälfte  des  Felles  beendigt,  auf  welche  noch  eine  Bearbeitung  der  anderen
Fellhülfte  folgen  muß.  Das  Prinzip  der  Zuführung  erinnert  also  an
den  vertikalen  auf  und  abgehenden  Tisch  der  vorigen  Reihe  von  Maschinen; ­
  so  wie  dort  wird  auch  hier  das  Fell  an  der  stationär  gelagerten
Arbeitswalze,  hier  Reckeisenwelle  genannt,  vorbeigebracht.  Ein  zwischen
Federn  ausgespanntes  elastisches  Gegendruckleder  dient  dem  Fell  als
Unterlage  bei  seiner  Bearbeitung  durch  die  Reckeisenwelle,  und  letztere
ist  insofern  interessant,  als  in  ihr  einerseits  das  Problem  gelöst  ist,
die  arbeitenden  Teile  auf  einer  rotierenden  Walze  unterzubringen;
andererseits  aber  erinnern  diese  arbeitenden  Teile,  welche  die  Form
kleiner  halbschräg  zur  Achse  gestellter  Schlichtmonde  besitzen,  noch  lebhaft ­
  an  ihre  Herkunft  aus  dem  handwerksmäßigen  Werkzeugarsenal  *).
Am  allerwenigsten  haben  den  handwerksmäßigen  Typ  verlassen
die  Stoll  Maschinen.  Daher  genügen  diese  Maschinen  bis  jetzt  auch  am
wenigsten  den  an  sie  gestellten  Anforderungen.  Genau  wie  beim  Stollpfahl
  wird  das  Leder  hier  über  einer  Stollklinge  gereckt,  nur  mit  dem
Unterschiede,  daß  das  Ziehen  hier  nicht  von  Hand,  sondern  von  Filzoder ­
  Gummiwalzen  besorgt  wird.  „Eine  wirklich  brauchbare  Stollmaschine,
  deren  Schaffung  ein  dringendes  Bedürfnis  für  die  Branche
wäre,  ist,  um  es  offen  zu  gestehen,  bis  heute  noch  nicht  auf  den  Markt
gebracht  worden"  ^).  Auf  dem  gleichen  Stadium  der  Entwicklung  wie
die  Stollmaschinen,  welche  also  einstweilen  nur  möglichst  getreue  Nachy
  Urteil  darüber  siche  Deutsche  Gerber-Zeitung  1906,  No.  59.
2 )  Privatmitteilung  von  einer  der  großen  Maschinenfabriken.
            
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