2. Zur Geschichte des Kölner Postwesens.
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städtische Botenanstalt kennzeichnen deutlich die Unsicherheit der damaligen postalischen
Einrichtungen. Trotzdem waren die Verbindungen weitreichende und regelmäßige. Einer
„General-Kölnischen Postordinanz" aus der Mitte des 17. Jahrhunderts ist zu
entnehmen, daß das Kaiserliche Postamt in der Brückenstraße sowie das städtische
Botenamt auf dem Leumarktc an bestimmten Tagen nach allen Richtungen, auch im
Verkehre mit dem Auslande, Briefe beförderten; daneben geschah dies noch von
besonderen Boten, die zumeist im Dienste anderer Städte standen und den Verkehr
mit diesen vermittelten, wobei die Absender die Briese zu gewissen Zeiten der Woche
in der betreffenden Botenherberge abliefern mußten. Übrigens dauerten die Zwistigkeiten
der Kaiserlichen Post und des städtischen Botenamts untereinander fort, und dieser
Intereffenstreit wurde vermehrt und erweitert dadurch, daß im Jahre 1687 auch das
Kurfürstlich-Brandenburgische Postwesen zunächst durch Errichtung einer regelmäßigen
Personen- und Paketfuhrgelegenheit zwischen Kleve und Köln in unserer Stadt
auftrat und sich mit Genehmigung des städtischen Rates und des Kölner Kurfürsten
schließlich auch als Preußische Post dauernd zu behaupten wußte, obwohl anfangs von
anderer beteiligter Seite, ja selbst vom Kaiser gegen diesen Wettbewerb Einspruch
erhoben wurde. Zu der Kurbrandenburgischen Post traten dann weiter auch noch
einzelne, von Kurpfalz und Kurköln konzessionierte Landkutschen zur Beförderung von
Personen und Paketen zwischen Köln und den Nachbarstädtcn. Im Jahre 1709
erhielt das Kaiserliche Postamt zum erstenmale dadurch eine feste Stätte, daß von
Taxisscher Seite der alte Äürther Los in der Glockengüsse erworben wurde, der mit
kurzer Unterbrechung während der französischen Zeit bis zum Jahre 1893 Sitz der
Kölner Postverwaltung geblieben ist. Zu dieser Postanstalt trat im Jahre 1751 das
bisherige städtische Amt in der Börse auf dem Lcumarkt als Zweigstelle hinzu, nach
dem der Rat der Stadt seine eigene Botenanstalt gegen eine jährliche Abgabe an die
Taxissche Verwaltung abgetreten und damit den: jahrhundertelangen Streite zwischen
den beiden Verwaltungen ein Ende gemacht hatte. Auf die Entwickelung des Kölner
Postwcsens konnte dieser Schritt nur wohltätig einwirken; der Verkehr ließ sich nun
mehr freier und selbständiger ausgestalten, und als im Jahre 1794 „der Römisch
Kaiserlichen Majestät Erb-General-Reichs-Oberpostamt zu Köln" durch das Einrücken
der Franzosen ein Ende fand, war dasselbe eines der bedeutendsten Anstalten der
Taxisschen Verwaltung, hatte auch die Stellung einer vorgesetzten Behörde gegenüber
einem Teile der Postämter auf dem linken Rheinufer.
Nach Beseitigung der Franzosenherrschaft (1814) ging die Kölner Post zunächst
für kurze Zeit noch einmal an die Taxissche Verwaltung über, bis dann im Jahre 1816
der Preußische Staat seine Tätigkeit begann, der schon längst, wie andere deutsche
Staaten, nicht nur das Postregal, d. h. das Recht, ausschließlich Posten anzulegen
und zu unterhalten, für sich in Anspruch nahm, sondern auch den Postzwang ein
geführt hatte, nach welchem die regelmäßige Beförderung von Personen, Briefen und
Paketen ihm allein vorbehalten war (jetzt auf Briefe und politische Zeitungen beschränkt,
nach näherer Bestimmung des Reichsgesetzes über das Postwcsen). Die musterhafte
Organisation der Preußischen Verwaltung brachte auch unserer Stadt neue Vorteile.
Die auswärtigen postalischen Verbindungen wurden alsbald wesentlich verbessert und
erweitert, aber auch im örtlichen Verkehr bedeutende Erleichterungen eingeführt. Im
Jahre 1824 ging man mit der Aufstellung von Briefkasten vor, die allerdings erst
seit 1850, nach Einführung der Freimarken, größere praktische Bedeutung gewannen.
Gegenwärtig beträgt ihre Zahl in Köln 450. Auch das Briefbestellungswesen in der
Stadt nahm eine geordnetere Gestalt an, während den umliegenden Wohnplätzcn,
deren Bevölkerung bis dahin auf das Abholen der Sendungen am Kölner Postamte
angewiesen war, die Anstellung von Landbriefträgern eine große Erleichterung brachte. Die
Einrichtung öffentlicher Verkaufsstellen für Postwertzeichen begann in Köln im Jahre 1872.