Full text : Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

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Jedes  halbe  Werk,  jede  matte  Vertretung  muß  unbedingt
ausgeschlossen  werden.  So  erwächst  dem  Reichskommissar
die  vielleicht  nicht  immer  willkommene,  aber  unabweisbare
Pflicht,  auch  nur  einigermaßen  unvollkommen  veranschaulichte ­
  Gebiete  rücksichtslos  fernzuhalten.
Überall  muß  das  „Made  in  Germany“  als  hoch  zu  bewertender ­
  Ehrenstempel  gelten.  Dann  werden  wir,  wie  vor
Jahren  in  der  Alten  Welt,  1904  auf  der  andern  Seite  des
Ozeans  im  ruhigen  Bewußtsein  unserer  Leistungsfähigkeit
keinen  Mitbewerber  zu  scheuen  brauchen.  Dies  gilt  nicht
nur  industriell,  sondern  sicher  auch  von  den  mehr  ideellen
Gebieten  menschlicher  Arbeit.  Auf  das  letztere  wird  ganz
besonderes  Gewicht  zu  legen  sein.  Denn  für  wissenschaftliche ­
  und  künstlerische  Betätigungen  aller  Art  werden  in
den  Vereinigten  Staaten  Aufwendungen  gemacht,  die  bei
uns  nicht  denkbar  sind.  Man  befrage  die  Lehrer  an  den
„Universities“  und  „Colleges“  und  beispielsweise  die  Porträtmaler. ­
  Es  werden  Honorare  bewilligt,  die  —  selbst  wenn
man  dagegen  die  Kosten  der  teuren  dortigen  Lebenshaltung
entsprechend  hoch  gegen  unsere  Verbrauchsskala  veranschlagt ­
  —  für  unsere  Begriffe  geradezu  verblüffend  sind.
Schon  deswegen  verblüffend,  weil  Wissenschaft  und  Kunst
bei  uns  überhaupt  schlecht  bezahlt  werden.  Über  welche
Mittel  die  amerikanischen  Schulen  und  Hochschulen  verfügen, ­
  ist  in  der  Hauptsache  bekannt.  Die  Dozenten,  die
zumeist  nicht  auf  Kollegiengelder  angewiesen  sind  und  feste
hohe  Honorare  beziehen,  werden  außerdem  von  humanitären
Gesellschaften  und  wissenschaftlichen  Vereinigungen  zu  Vorträgen ­
  herangezogen,  für  die  —  falls  der  Vortragende  nur
einigermaßen  als  Autorität  gilt  —  sehr  erhebliche  Summen
ausgeworfen  sind.  Anderseits  stehen  die  Honorare,  die
in  Amerika  Künstlern  bewilligt  werden,  bisweilen  gar  nicht
im  Verhältnis  zu  dem  Wert  der  Leistungen.  Maler,  die  in
            
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