privat- und volkswirtschaftliche Bedeutung der Preisschwankungen.
Der verminderte Absatz bedeutet aber wieder Betriebsverluste für den
Kaufmann und Unternehmer, und diese Betriebsverluste zusammen mit den
schon beschriebenen Inventurverlusten führen schließlich dahin, daß viele Kaufleute
Ausverkäufe veranstalten, nur um sich das Geld für fällige Zahlungen zu
verschaffen. Das verschärft danit auch wieder die Baisse. Schließlich stellt sich
die Zahlungsunfähigkeit ein mit gerichtlichen Zwangsverkäufen.
Aber auch hier unter dem Stuhle des Auktionators gelangt der Stein
noch nicht zur Ruhe, den die Emissionsbank mit ihrer sinnlosen Emissions
politik ins Rollen gebracht.
Die häufiger werdenden Zahlungseinstellungen haben zur unausbleib
lichen Folge, daß der Kredit eingeschränkt wird lind daß ein großer Teil der
Waren, die bis dahin mit Privattauschmitteln (Wechsel, Stundung usw.)
ausgetauscht wurden, jetzt nur noch gegen Bargeld angeboten werden — gerade
zu einer Zeit, wo die Emissionsbanken das Geld in den Ofen werfen und
die Kapitalisten aus Furcht vor Verlusten das Geld in Kellern verbergen.
Diese neue und große Verschiebung in dem Verhältnis zwischen Geld
und Ware hat wieder eine neue Baisse zur Folge.
Und wir sind nicht am Ende der Leidensgeschichte. Wich die Staatskassen
sollen an den Wunden mit leiden, die die Politik der Emissionsbank dem
Handel schlägt, demselben Handel, den sic zu fördern berufen ist.
Geht mit dem Eintritt der Baisse die Möglichkeit verloren, das Geld
sicher im Handel und in der Industrie anzulegen, werden von den Kaufleuten
die Waren abbestellt, werden die Arbeiter entlassen usw., wie können da
noch den Staatskassen die Millionen zufließen, die ihnen sonst die Verkehrs
und Konsumsteuern einbringen?
Wie können die Post, der Telegraph, die Eisenbahnen dieselben Über
schüsse abwerfen, wenn die Emissionsbank den Verkehr lahmgelegt hat?
Mit dem Eintritt der Baisse fallen alle Konsumsteuern entsprechend der
verminderten Arbeitsgelegenheit und der dadurch herabgesetzten Konsumkraft,
fallen alle Einnahmen aus den Getreidezöllen,- denn der arbeitslose Proletarier
ernährt seine Familie mit Kartoffeln, für Brot hat er kein Geld,- fallen die
Einnahmen aus den Wechselsteuern, weil die Baisse den Kredit einschränkt
und der Wechsel unbrauchbar wird,- fallen die Einnahmen atls der Fahr
kartensteuer, weil das ganze Volk eine Stufe nach der ff. Klasse herabsinkt,-
fallen die Einnahmen aus den Eisenbahn-, postbetrkebsübcrschüsscn, weil bei
der Baisse der Warentransport stockt,- fallen die Einnahmen aus der Ein
kommensteuer, weil die Baisse allgemeine Bettelei, keinen Reichtum erzeugt/
fallen die Einnahmen aus der Erbschaftssteuer, weil das Nationalvermögen
in Mark ausgedrückt entsprechend zur Baisse gefallen ist und weil dieses
Nationalvermögen durch die Arbeitslosigkeit reale Verluste erfährt.
Und Hand in Hand mit den verminderten Einnahmen wachsen bei der
Baisse eine Reihe von Staatsausgaben. Wenn die Preise fallen, so steigt
die Zahl der Verbrechen, und aus leicht erklärlichen Gründen,- denn auch der
rechtlich denkende Mann, der keine Arbeit findet und dessen Kinder nach Brot
schreien, geht auf die Landstraße und überfällt den ersten besten, der ihm
begegnet. Für ihn muß dann der Staat die Strafanstalt erweitern. Dann