Full text: Die Reichseisenbahnen

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schränkte Zeit an, auf etwa zehn bis zwölf Jahre. 
Dann ist der, dessen Leistungen enttäuschen, nicht ein unabwendbares 
Schicksal für seine Verwaltung, das hingenommen werden muß, sondern 
kann in absehbarer Zeit durch schmerzlosen Eingriff entfernt werden. 
Sodann gewähre man den leitenden Beamten eine namhafte Gewinn 
beteiligung. Diese wäre, da mit Reingewinnen von Bedeutung in der 
nächsten Zukunft nicht zu rechnen ist, in Bruchteilen des Betriebs 
überschusses, d. h. des Rohgewinnes, zu gewähren. 
Anders liegt es bei den übrigen Beamtenklassen. Für sie wird 
der Eisenbahndien st der Lebensberuf fein und 
bleiben müssen. Vorzeitige Pensionierung würde wertlose Existen 
zen in großer Zahl schaffen und für die Verwaltung zu teuer werden. 
Hier ließe sich aber meines Erachtens ähnliches durch ein korporatives 
Bekeillgungssystem erreichen. 
Diese Beteiligung der Angestellten kann aber nicht in Form einer 
Gewinnbeteiligung geschehen. Die Angestellten können in ihren Bezügen 
nicht von der Gestaltung der Jahresabschlüsse abhängig gemacht werden, 
um so weniger, als ihnen ein maßgebender Einfluß auf die Gestaltung 
der Ausgabeseite kaum wird eingeräumt werden können. Auch gehören 
die Bezüge der Angestellten zu den Selbstkosten, nicht zum Gewinn. Sie 
müssen daher in vollem Umfange vor Berechnung des Betriebsüberschusses 
angesetzt werden. Die Beteiligung der Angestellten wäre also unter den 
Betriebsausgaben genau so zu buchen, wie die festen Gehälter und 
Löhne. Das ist folgendermaßen zu denken: 
Im Eisenbahnhaushalt wird neben den Gehältern ein b e st i m m - 
ter Prozentsatz der Betriebseinnahmen als Anteil 
der Ange st eilten eingestellt. Dieser wird etwa so hoch bemessen, 
wie der Aufwand für eine doch nicht mehr länger aufzuschiebende gerechte 
und billige Reform der Dienstbezüge sich belaufen würde. Oder mit 
anderen Worten: Die ohnedies dringende Gehaltsreform 
wird bei der R e i ch s e i s e n b a h n g e s e l l f ch a f t in Prä 
mienform durchgeführt. Damit wäre ein Problem gelöst, das 
in letzter Zeit gerade sehr viel erörtert worden ist, nämlich das der 
gleichmäßigen und fortlaufenden Anpassung der Gehälter an 
die Preisentwicklung. Denn es kann als feststehend angenom 
men werden, daß in Friedenszeiten, denen wir doch hoffentlich entgegen 
gehen, die Preise in Zeiten der Hochkonjunktur steigen. Mit dieser aber 
wachsen auch Verkehr und Verkehrseinnahmen. Es würde also 
steigender Verkehr selb st tätig Gehaltserhöhungen 
bringen. 
Auch die Verteilung dieser Einnahmeanteile könnte nach ganz neuen 
Gesichtspunkten geschehen. Es ist möglich, hier in die Gehalt- 
und Lohnpolitik eine gewisse Selbstverwaltung hinein
	        
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