Full text: Zur Entwicklung der Baumwollindustrie in Deutschland

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wichtigsten Angaben betreffen die Größe der Anbaufläche, ferner den 
Erntestand und die Bewegung der Ernte zum Markt. Die beiden 
letzten Daten werden in Prozentzahlen gegeben dergestalt, daß für 
den Erntestand eine gewisse Durchschnittsbeschaffenheit der Baum- 
wollpflanzen als Norm gilt, der die Ziffer 100 beigelegt wird, während 
niedrigere Ziffern einen Abfall der Beschaffenheit gegenüber dieser 
Norm zum Ausdruck bringen. Die Bewegung der Ernte zum Markt 
ist jedes Jahr eine überraschend gleichmäßige. Das Erntejahr be 
ginnt am i. September, und es kommen im Durchschnitt etwa 7 °/o 
der Ernte noch in demselben Monat zum Markt, bis Ende Dezember 
sind schon über 1 2 / 3 der Jahresernte auf den Markt gebracht und bis 
Ende Februar ca. 87,5 °/ 0 , dann geht es langsamer weiter 1 ). Ob 
M. B. Hammonds Behauptung, daß man auf Grund dieser Kenntnis 
nach den ersten 2—3 Monaten sehr bestimmt („very closely“) sagen 
könne, wie die Ernte für das ganze Jahr ausfallen werde 2 ), so unbe 
dingt richtig ist, bleibe dahingestellt. Eine solche Folgerung läßt 
sich jedenfalls aus den Zahlen für den Erntestand viel eher ziehen. 
Einen typischen Bericht des Agricultural-Bureau in Washington 
gibt z. B. der Wochenbericht der Firma Scheffer & Drascher in 
Hamburg vom 8. Oktober 1904; 
1904 
1903 
1902 
1901 
1900 
Anbaufläche (acres) 
31 730 000 
28 907 000 
28 878 000 
27 532 000 
25 421 000 
Erntestand i. Juni 
83 
74Ü 
95ü 
81,5 
82,5 
in °/ 0 1. August . . 
91,6 
79Ü 
81,9 
64 
77,2 
76 
1. September . 
84,t 
81,2 
7i,4 
68,2 
1. Oktober 
75-8 
65,1 
58,3 
61,4 
67 
Ernteergebnis (Ballen) 
? 
IO 400 OOO 
10 800 000 
IO 701 OOO 
10 425 OOO 
Höchster Preis f. Midd- 
ling (Pf.) .... 
? 
68 
5°Vs 
52 
69 
niedrigster Preis f. Midd- 
ling (Pf.) .... 
? 
45 
4i 
39 
41 
Es kommt viel darauf an, daß sich die Händler und Spinner 
auf diese Zahlen verlassen können. Nun hatte man schon 1903 davon 
gemunkelt, daß vielleicht einige Dunkelmänner auf die entscheidenden 
Stellen in Washington einen bestimmten Einfluß ausübten, eine Ver 
mutung, die — so ungeheuerlich sie auch klingt — in den mannigfach 
geschilderten Zuständen im „Lande der Zukunft“ einen Rückhalt fand. 
Infolge der Bemühungen der Cotton Planters Association ist es im 
Jahre 1905 tatsächlich gelungen nachzuweisen, daß der rollende Dollar 
sein Werk getan hat. Die New-Yorker Staatszeitung berichtete am 
8. Juli igo5 3 ) über das Resultat der eingeleiteten Untersuchung: Der 
1) M. B. Hammond, The Cotton Industry, p. 293. 
2) Ebendaselbst. 
3) Sonntagsblatt der New-Yorker Staats-Zeitung, 9. Juli 1905, S. 31.
	        
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