Full text: Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

408 
Türkei. Textilindustrie. 
Baum woll waren. Von den eingeführten Baum woll waren sind die be 
druckten Baumwollstoffe am bedeutendsten. England und Italien, zum Teil 
auch Österreich-Ungarn, liefern die billigen Massenwaren, Deutschland und Frank 
reich die besseren Qualitäten. — Die nächstwichtigen Artikel sind die rohen 
und gebleichten Baumwollgewebe (Cabotstoffe, T-Cloths, Grey, White Shir- 
tings und Madapolams), die ebenfalls zum größten Teil aus England, zum kleineren 
Teil aus Italien, Britisch-Indien und Österreich-Ungarn stammen. Auch die Ein 
fuhr von Musselins, die fast ausschließlich aus England stammten, ist bedeutend. 
Weitere größere Einfuhrartikel sind bedruckte Baumwollflanelle, 
Barchente, bedruckte Taschentücher, glatte Samte und Plüsche, Bett 
deckenstoffe, Decken, Möbelstoffe, Futterstoffe, Spitzen, Stickereien 
und besonders Wirkwaren, in welch’ letzteren Österreich-Ungarn und Deutsch 
land den Markt beherrschen, obwohl in letzter Zeit auch die Konkurrenz Japans 
sich fühlbar macht. 
Sehl - stark war auch die Einfuhr an Baumwollgarnen, besonders über 
Smyrna und Beirut. Es wurden nur Garne in den feineren Nummern bis Nr. 32 
eingeführt, und zwar hauptsächlich aus England, Italien, Österreich-Ungarn und 
Indien, doch hat die Einfuhr aus Indien in letzter Zeit nachgelassen. Nähgarne, die 
ebenfalls in großen Mengen eingeführt werden, kamen zum größten Teil aus England. 
Wollwaren. Der Wert der im Jahre 1911 eingeführten groben und 
feinen Wollgewebe betrug 48 Mill. Mk. In den gröberen Tuchen sind England 
und Bulgarien die Hauptlieferanten, in den feineren Österreich-Ungarn, Deutschland, 
England und Frankreich. Die Hauptarten sind: Orienttuche, Army Cloths, 
Leather Cloths, Union Cloths, Presidents, Schajaks, Cheviots, Serges. 
Auch die Einfuhr von Damenkleiderstoffen, wie Merinos, Kaschmirs, 
Jacquards usw., ist bedeutend. Außerdem werden noch Wolldecken, Kopftücher, 
Schale und Wirkwaren, besonders über Smyrna und Beirut, eingeführt. 
Die Einfuhr von Wollgarnen im Werte von 2,4 Mill. Mk. erfolgt vornehm 
lich über Smyrna und Beirut, und zwar hauptsächlich aus England, Deutschland, 
Österreich-Ungarn und Belgien. 
Die Einfuhr von Teppichen aus Persien ist recht bedeutend, doch sind 
diese Teppiche mehr für den auswärtigen Handel bestimmt, da Konstantinopel 
sich zum Zentrum für den Teppichhandel Asiens entwickelt hat. 
Seidenwaren. Die Einfuhr an Seidenwaren betrug im Jahre 1911 9,4 Mill. Mk. 
Die wichtigsten Seidenstoffe sind: Satin-Duchesse, Satin de Lyon, Satin 
trame, Taffets, Damaststoffe und Brokatstoffe. Die hauptsächlichsten Ein 
fuhrländer sind Frankreich, Italien, Österreich-Ungarn und die Schweiz. Neben 
den Geweben werden noch Tülle, Gaze, Decken, Vorhänge, Schale und 
Schärpen in nicht sehr großen Mengen eingeführt. 
Leinen- und Jutewaren. Die Leinen waren werden vornehmlich als Roh- 
leinen, Kleiderleinen, Bettleinen, Matratzenstoffe, Tischwäsche, 
Plüsche, Teppiche eingeführt, doch sind die Einfuhrbeträge nicht groß. Die 
Einfuhrländer sind England, Österreich-Ungarn, Deutschland und Italien. Sehr
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.