Full text : Der russisch-japanische Krieg und die japanische Volkswirtschaft

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garne,  Zigaretten,  Zündhölzer,  Porzellan-  und  Töpferwaren,  Papier,
Sake,  Bier,  Seegras,  rc.).  Daß  beide  Länder,  Korea  sowohl,  wie  die
Mandschurei  als  Absatzgebiete  und  als  Bezugsquellen  für  Japan  in
Zukunft  noch  erheblich  wichtiger  werden,  kaun  man  leicht  daraus  ersehen, ­
  daß  die  natürlichen  Produktivkräfte  beider  Länder  sehr  große
sind  und  nur  der  Anregung  bedürfen,  um  ans  ihrem  wirtschaftlichen
Schlummer  geweckt  zu  werden.  Es  fehlt  zwar  an  einer  genauen  Statistik
über  beide  Länder,  aber  nach  der  Meinung  Sachverständiger  gibt  es  dort
noch  viele  unbebaute  Kulturflächen,  auf  denen  ein  reger  Ackerbau  sich
entwickeln  könnte,  und  auch  die  heute  bereits  durch  Ackerbau  in  Benutzung ­
  genommenen  Landflächen  lassen  sich  durch  Anwendung  moderner
Kulturen  und  intensiverer  Bewirtschaftung  unzweifelhaft  zu  höheren
Ernteergebnissen  bringen.  Zu  all  diesem  tritt  noch  als  wichtiges
Moment  hinzu,  daß  sowohl  Korea  wie  die  Mandschurei  räumlich  von
Japan  nicht  sehr  weit  entfernt  liegen.
Die  zweite  Bedingung,  welche  ein  Kolonisations-  oder  Auswanderungsgebiet
  erfüllen  muß,  ist  die,  daß  es  eine  Bevölkerung  besitzt, ­
  welche  eine  niedriaere  Kulturstufe  innehat  und  tveniger  Entwicklungs-I
  euergie  verrät,  als  dies  beim  Mutterlande  der  Fall  ist.  Auch  in  dieser
Hinsicht  eignen  sich  Korea  und  die  Mandschurei  am  besten  für  die
japanische  Expansionspolitik,  da  die  dortige  Bevölkerung  nicht  nur  diese
beiden  Bedingungen  vollständig  erfüllt,  sondern  zudem  auch  für  die
japanische  Kultur  leicht  empfänglich  ist  und  jedenfalls  einem  allgemeinen
und  tiefergehenden  Eindringen  derselben  keinerlei  Hindernisse  entgegeu-'
  stellen  wird.  Japan  hat  es  daher  auch  in  religiöser  Beziehung  leicht,
sich  hier  ein  Machtgebict  zu  begründen.  Tritt  dagegen  ein  auswanderndes ­
  Volk  in  ein  Siedelungsgebiet  ein,  dessen  Bevölkerung  eine
höhere  Kultur  als  die  eigene  besitzt,  so  wird  das  einwandernde  Volk
niemals  Sieger  in  wirtschaftlichem  Sinne  werden,  sondern  stets  der
Arbeiter  des  Eingesessenen  bleiben,  auch  wenn  er  Kapitalist  oder  Unternehmer ­
  sein  sollte;  eigentlichen,  großen,  staatlichen  Machtbesitz  wird  er
in  diesem  Lande,  das  ihm  etvig  innerlich  fremd  bleibt,  nie  erringen.
Die  dritte  Bedingung  eines  Auswanderungsgebietes  ist  meines
Erachtens  die,  daß  es  ein  möglichst  ähnliches  Klima,  die  Bevölkerung
dieselben  oder  doch  wenigstens  ähnliche  Gewohnheiten  in  bezug  auf
Sitten,  Religion,  Sprache  und  dergleichen  besitzen  muß.  Es  erscheint
mir  hier  überflüssig,  die  bedeutenden  Schwierigkeiten  hervorzuheben,
welche  Europäern  bei  der  Kolonisierung  wildfremder  Länder  entgegen
treten,  aber  um  so  mehr  muß  in  diesem  besonderen  Falle  daraufhingewiesen ­
  werden,  daß  unsere  japanische  Lebensweise  nicht  in  einem  so
großen  Gegensatze  zu  derjenigen  der  Bewohner  Koreas  und  der  Mandschurei ­
  steht,  als  dies  in  dem  angezogenen  Beispiele  bei  den  Europäern
            
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