Full text : Konserven und Konservenindustrie in Deutschland

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männische  wie  das  technische  Personal  durch  das  Lieferungsgeschäft
außerordentlich  in  Anspruch  genommen,  und  es  würde  sicher  große
Unbequemlichkeiten  verursachen,  wenn  der  normal  verlaufenen  Sommerkampagne ­
  sofort  eine  Herbstkampagne  folgen  müßte.  Immerhin
könnte  diesen  Schwierigkeiten  durch  verstärktes  Personal  und  besondere ­
  Lohnzulagen  begegnet  werden.
Mehr  als  der  Leutemangel  würde  dagegen  die  pekuniäre  Lag e
der  einzelnen  Konservenfabriken  der  von  dem  Kriegsministerium  g e "
wünschten  Geschäftsverbindung  hinderlich  sein,  denn  hier  sind  die
wirtschaftlichen  Verhältnisse  zu  berücksichtigen,  wie  sich  dieselben
bei  den  Konservenfabriken  im  Herbst  gestalten.
Der  Konservenfabrikant  bezieht  seine  Rohprodukte  zum  größten
Teil  von  den  Landwirten,  erhält  daher  entweder  gar  keinen  oder
nur  sehr  kurzen  Kredit  und  muß  während  der  Dauer  der  Kampag ne
in  bar  regulieren.  Die  Löhne  müssen  ebenfalls  bar  bezahlt  werden.
Die  Folge  hiervon  ist  nun,  daß  der  Konservenfabrikant  mit  Schluß
der  Sommerkampagne  zwar  ein  übervolles  Lager,  aber  eine  leere
Kasse  besitzt.  Aus  diesem  Grunde  würde  wohl  die  größere  Zahl
der  Konservenfabriken  zu  schwach  sein,  um  sofort  nach  beendeter
Sommerkampagne  eine  Herbstkampagne  beginnen  zu  können,  deren
Produktion  nicht  sofort  abgenommen  und  bar  reguliert  würde.
Die  Armeeverwaltung  selbst  muß  die  Opfer  auf  sich  nehmen
und  zwar  dadurch,  daß  sie  entweder  die  für  sie  hergestellten  Speisen
sofort  nach  Fertigstellung  abnimmt,  oder  dem  Konservenfabrikanten
ein  dem  Umfange  des  Abschlusses  entsprechendes  Betriebskapital  zU
mäßigem  Zinsfuß  zur  Verfügung  stellt,  wobei  eine  in  bestimmt 611
Intervallen  ausübende  Kontrolle  über  die  zur  Verfügung  der  Arm 66 '
Verwaltung  hergestellten  Konserven  am  Platze  wäre.  Sicher  werden
sich  mehrere  Konservenfabriken  finden,  die  genügende  Betriebsmitt 6
besitzen,  um  eine  bestimmte  Menge  Konserven  auf  eigene  Rechnung
für  die  Armeeverwaltung  hersteilen  zu  können,  wenn  deren  Abnahm 6
zur  Verflegung  der  Truppen  während  der  Manöver  vielleicht  nach
Jahr  und  Tag  garantiert  würde,  aber  was  wollen  diese  paar  Dos 611
gegen  den  ungeheuren  Bedarf  eines  Feldzuges  bedeuten.
Die  sämtlichen  namhaften  deutschen  Konservenfabriken  müßt 611
für  die  Herstellung  von  Armeekonserven  interessiert  werden,  wenn
die  Armeeverwaltung  einmal  im  Ernstfälle  ein  greifbares  Ergeh 1115
von  ihren  viel  Zeit,  Arbeit  und  Geld  kostenden,  vorbereitenden  M a
nahmen  haben  will.
Die  für  die  Armeeverflegung  nötigen  Speisen  mit  Fleisch,  lVlC
sie  die  beiden  Armeefabriken  speziell  zu  diesem  Zweck  herstell 611 ’
            
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