Full text : Konserven und Konservenindustrie in Deutschland

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nachdem  Liebig  das  Präparat  anerkannt  und  für  dasselbe  die  Bezeichnung ­
  „Liebigs  Fleischextrakt“  gestattet  hatte,  jährlich  einige
Hundert  Pfund  hergestellt.
Im  Jahre  1865  wurde  unter  Mitwirkung  von  Liebig  und
Pettenkofer  in  Südamerika  zu  Fray-Bentos  (Uruguay)  die  erste  größere
Fleischextraktfabrik  durch  den  mit  südamerikanischen  Verhältnissen
vertrauten  Ingenieur  G.  C.  Giebert  erbaut.  Schon  im  Jahre  1865
wurde  die  Societe  des  Fray-Bentos  unter  Hinzuziehung  finanzkräftige!
Großkaufleute  zu  der  Liebigs  Extrakt  of  Meat-Company,  Limited,
erweitert,  welche  nun  mit  großen  Mitteln  die  Anlage  zu  Fray-Bentos
zu  einem  Riesenwerke  ausbaute  und  ihren  Hauptsitz  in  London  nahm,
während  das  Generaldepot  in  Antwerpen  blieb.
Nach  und  nach  entstanden  auch  Fleischextraktfabriken  in  Montevideo, ­
  San  Antonio  (Texas),  in  Australien  usw.  Die  in  Uruguay
und  Argentinien  später  entstandenen  Unternehmungen  sind  in  der
neuesten  Zeit  von  der  Liebig  Company  aufgekauft  worden,  während
die  übrigen  die  Fabrikation  fast  ganz  einstellten,  so  daß  heute  nur
noch  eine  große  Gesellschaft,  die  „Liebig  Company“,  sich  mit  der
Herstellung  befaßt.  *
Als  die  erste  Fleischextraktfabrik  an  dem  nach  einem  mit  Fray-Bentos
  bezeichneten  Orte  im  Jahre  1864  errichtet  wurde,  soll  das
Land  noch  vollkommen  unbebaut  gewesen  sein.  In  der  Nähe  befand
sich  eine  kleine  Kolonie,  die  sich  sodann  zur  Hauptstadt  der  Provinz
(Departement)  entwickelte.  Diese  Stadt  hieß  noch  bis  zum  Jahre  19 00
offiziell  „Independencia“,  im  Volksmunde  jedoch  allgemein  nach  den
Werken  der  Fleischextraktfabrik  „Fray-Bentos“.  Daher  wurde  auch
vor  kurzer  Zeit  seitens  der  Regierung  der  Name  Fray-Bentos  als
amtliche  Bezeichnung  anstatt  Independencia  eingeführt,  so  daß  j etzt
die  Departementshauptstadt  mit  den  10  Minuten  entfernt  liegenden
Fleischextraktwerken  denselben  Namen  trägt.  Der  Uruguay  besitzt
bei  Fray-Bentos  noch  eine  solche  Tiefe,  daß  bei  nicht  gerade  ungünstigem ­
  Wasserstande  neben  großen  Vollseglern  auch  größer®
Überseedampfer  in  den  Hafen  der  Fleischextraktwerke  einlaufen  und
hier  direkt  an  der  Ladebrücke  anlegen  können.  Große  Dampfer  und
Frachtschiffe  für  den  Warentransport  auf  dem  Flusse  und  die  zum
Viehtransport  benutzten  Viehkähne,  zeigen  zurzeit  der  Schlachtsaison
das  Bild  eines  regen  Schiffsverkehrs  im  Llafen  von  Fray-Bentos.
Heutzutage  zählt  Fray-Bentos  als  Stadt,  die  natürlich  im  wesentlichen ­
  von  den  Beamten  und  Arbeitern  mit  ihren  Familien  sowie  von
den,  deren  Bedürfnisse  befriedigenden  Gewerbetreibenden  usw.  S e '
bildet  wird,  etwa  5000  Einwohner.  Die  Anlagen  von  Fray-Bentos
            
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