Full text : Konserven und Konservenindustrie in Deutschland

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letzten  kleinen  Korral  werden  jedesmal  io  bis  20  Rincler  eingetrieben.
Die  Tötung  des  Tieres  geschieht  durch  Trennung  des  Gehirns  vom
Rückenmark.  Die  eigentliche  Schlachthalle  ist  den  Blicken  der  Here
entzogen;  sie  werden  deshalb  auch  im  letzten  Korral  nicht  besonders
geängstigt,  umsoweniger,  als  das  Abfangen  mit  dem  Maschinenlasso
sowohl,  wie  auch  der  Genickfang  sehr  schnell  ausgeführt  wird.  Auf
der  „Playa“,  der  eigentlichen  Schlachtstelle,  erhält  das  Tier  zunächst
den  Bruststich  und  blutet  aus,  dann  wird  es  enthäutet  und  zerlegt,
was  mit  erstaunlicher  Geschwindigkeit  geschieht.  Neben  der  Schlachthalle
  befinden  sich  die  mit  sauberen  Mettlacher  Platten  gepflasterten
Riesenhallen,  in  denen  das  Fleisch  zum  Kühlen  aufgehängt  wird.
Die  Hallen  können  das  Fleisch  von  etwa  2000  Ochsen  aufnehmen.
Neben  dem  Schlachthof  und  der  eigentlichen  gewaltigen  Extraktfabrik,
in  welcher  das  Fleisch  extrahiert  wird,  betreiben  die  Fray-Bentos-Werke
  noch  die  Herstellung  von  Dosenfleisch  (Zungen,  Corned  beef
usw.),  sowie  getrocknetes  Fleisch  (Charque,  Tasajo.)  Eine  groß 6
„Graseria“  (Fettschmelze)  ist  nötig  zur  Gewinnung  und  Reinig un £
des  Talges,  sowie  zur  Gewinnung  von  Speisefett.  Die  Abfälle  werden
in  geeigneter  Weise  zu  Fleischmehl  oder  zu  Düngemitteln  verarbeitet,
während  die  Knochen  sauber  gereinigt  und  zur  Verarbeitung  nach
Europa  gesandt  werden.  Als  nötige  Hilfsbetriebe  besitzen  die  Fray-Bentos-Werke
  Maschinenwerkstatt  mit  Eisengießerei,  Klempner 61 ’
Tischlerei,  Kistenfabrik,  Böttcherei,  Gasanstalt  und  Elektrizitätswelk-Die
  Fläute  gelangen  nach  genügender  Reinigung  von  etwa  noch
anhaftenden  Fleischteilen  in  umfangreiche  Salzlaugereservoirs  und  von
da  in  die  Salzabteilungen  des  Häutehauses.  Sie  werden  in  Schiff 5
ladungen  nach  Europa  versandt.  Zu  dem  Zerlegen  der  Tiere  m
Schlachthalle  brauchen  die  hierauf  eingearbeiteten  Männer  nur  1®
15—20  Minuten  Zeit.  Das  Fleisch  hängt  dann  erst  während  g e
nügender  Frist  in  den  Kühlhallen,  bevor  es  in  die  Fleischextraktfabrik
zur  Verarbeitung  kommt.  Nachdem  das  Fleisch  genügend  abgekühk
ist,  wird  es  durch  eine  Batterie  Grob-  und  Feinschneider  zerkleiu 61  £
und  kommt  sodann  in  die  gi'oßen  Kochpfannen,  die  je  6000  —  7000  kg
Fleischbrei  aufnehmen  können.  Die  erhaltene  Fleischbrühe  wird  s °
dann  in  Batterien  von  Vakuumapparaten  (Vorrichtungen,  in  den 611
das  Eindampfen  unter  Luftverdünnung  vorgenommen  wird)  bei  niedrig 61 "
Temperatur  auf  hohe  Konzentration  gebracht,  bis  der  sogenatm
Extrakt,  nachdem  er  noch  Filterpressen  passiert  hat,  die  Konsist eIlZ
eines  dicken  Honigs  besitzt  und  somit  hergestellt  ist.
Wir  wollen  hier  nicht  unerwähnt  lassen,  daß  augenblicku
in  den  Fray-Bentos-Werken  die  zur  Fleischextraktherstellung  nötig 611
            
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