II. Die einzelnen Zweige der deutschen
Konservenindustrie.
Nach den- zur Verwendung gelangenden Rohstoffen kann man
die Konservenindustrie in folgende beiden Gruppen einteilen;
1. Herstellung von Konserven aus pflanzlichen Stoffen
(Gemüsekonserven, Früchte und Pilze usw.).
2. Herstellung von Konserven aus tierischen Stoffen (Fleisch
konserven, Milchkonserven, Fleischextrakt).
Aus dem früher ausgeführten haben wir bereits die verschiedenen
Arten von Gemüse- und Fleischkonserven kennen gelernt.
Diese einzelnen Zweige der Konservenindustrie sind indessen
in der Produktion nicht streng von einander getrennt, sondern greifen
oft ineinander über. Wie in jeder andern Industrie, so gibt es auch
hier Hauptprodukte und Nebenprodukte. Es lassen sich indessen
für diese Scheidung keine bestimmten Gesetze aufstellen, vielmehr
richtet sich hierin vieles nach den örtlichen Verhältnissen und äußeren
Umständen der einzelnen Betriebe.
Die Konservenindustrie hat den großen Nachteil, daß sie bei
uns eine Saisonindustrie ist. Die Betriebe können infolge des nur
periodischen Vorhandenseins ihres Rohmaterials nur in einer be
stimmten Zeit des Jahres ihre Anlagen voll ausnutzen. Die Gemüse
konservenfabriken können nur, so lange es frische Gemüse in hin
reichenden Mengen gibt, solche verarbeiten. Die Fleischkonserven
fabriken müssen ihren Betrieb ebenfalls einschränken, sobald das
Angebot von Fleisch nachläßt oder durch die Wärme der Jahreszeit
der längere Transport frischen Fleisches mit Schwierigkeiten ver
knüpft ist. Ebenso sind auch die Milchkonservenfabriken nicht in
der Lage, das ganze Jahr hindurch gleichmäßig zu produzieren.
Der hieraus diesen Industrien erwachsende Nachteil, das in dem
Betriebe festgelegte Kapital zum Teil während 5—7 Monaten des