Full text : Konserven und Konservenindustrie in Deutschland

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Jahres  vollkommen  oder  teilweise  ruhen  zu  lassen,  läßt  sich  zwar  auf
verschiedene  Weise  mildern,  aber  nicht  gänzlich  beseitigen.
Die  Fabriken  für  gedörrte  Gemüse  (Präservenfabriken)  beginnen
meist  im  Anfang  August  mit  dem  Verarbeiten  grüner  Bohnen,  woran
sich  dann  das  Verarbeiten  von  Grünkohl-,  später  Weiß-  und  Wirsingkohl ­
  usw.  anschließt.  Im  Oktober  werden  noch  Möhren  und  Kohlrüben ­
  und  im  November  und  Dezember  Kartoffeln  verarbeitet.  Mit
Ende  des  Jahres  stellen  die  meisten  derartigen  Fabriken  ihren  Hauptbetrieb ­
  ein,  und  die  meisten  Arbeiterinnen  werden  entlassen,  da  nur
noch  wenige  Kräfte  zum  Verpacken  und  zum  Verschicken  der  Waren
nötig  sind.  Von  Anfang  Januar  bis  Ende  Juli,  also  7  Monate  hindurch ­
  bleiben  die  Fabrikationsräume  und  Maschinen  für  die  Gemüseverarbeitung ­
  unbenutzt.
In  den  Fabriken  für  Dosengemüse  liegen  die  Verhältnisse  etwas
anders,  da  man  in  den  Monaten  Mai,  Juni  und  Juli  Gemüse,
welche  Deutschland  nicht  in  ausreichenden  Mengen  produziert,  aus
anderen  Ländern,  wo  sie  zu  billigen  Preisen  und  im  Überfluß  erzeugt
werden,  bezieht,  wie  z.  B.  Champignons  aus  Frankreich,  Blumenkohl
aus  Italien  usw.  Doch  ist  der  Betrieb  der  Fabriken,  die  dieses  Verfahren ­
  anwenden,  ein  derartig  eingeschränkter,  daß  er  mit  der  Zeit
der  Bohnenverarbeitnng,  z.  B.  im  Anfang  August,  wo  in  manchen
Fabriken  100—200  Ztr.  grüner,  frisch  gepflückter  Bohnen  täglich
verarbeitet  werden,  gar  nicht  zu  vergleichen  ist.
In  den  Fleischkonservenfabriken  und  Milchkonservenfabriken
liegen  diese,  von  der  Natur  gegebenen  Verhältnisse  ähnlich.
Um  diesen  Nachteilen  zu  begegnen,  hat  man  die  verschiedensten
Einrichtungen  getroffen.  Das  einfachste  würde  es  sein,  wenn  man
z.  B.  Fleischkonserven  und  Gemüsekonserven  herstellte,  und  diese
beiden  Zweige  sich  derartig  ergänzten,  daß  eine  andauernde  Fabrikation ­
  möglich  wäre.  Dies  ist  aber  nicht  immer  durchführbar.  In
den  Geg'enden,  wo  man  genügend  Rohmaterial  an  frischen  Gemüsen
in  Deutschland  erhält,  lassen  sich  meist  nicht  die  nötigen  Mengen
Rohfleisch  zur  Dosenfleischfabrikation  beschaffen.
Aber  wenn  somit  auch  nicht  überall  der  Erfolg  gesichert  ist,  so
findet  man  doch  in  sämtlichen  Betrieben  der  Konserven-Industrie  das
Bestreben  neben  der  eigentlichen  Hauptproduktion,  mit  geringer
Kapitalanlage  und  unter  möglichst  weitgehender  Verwendung -  der  bestehenden ­
  Fabrikationsräumlichkeiten,  sowie  der  Betriebsmaschinen,
des  Arbeiterstammes  usw.,  Nebenprodukte  zu  erzeugen.
So  z.  B.  geht  man  in  der  Dosengemüseindustrie  immer  mehr
dazu  über,  fertige  Speisen,  bezw.  vollkommen  zusammengestellte  Mahl-
            
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