Full text: Konserven und Konservenindustrie in Deutschland

I? 
Schwieriger ist der Vergleich in Dosen konservierter Gemüse 
mit frischem Gemüse. Die Dosengemüse werden in sehr verschie 
denen Qualitäten und Packungen in den Handel gebracht; hierzu 
kommt noch, daß die Dosen bei gleicher Größe nicht die gleiche 
Menge an Gemüse enthalten, sondern der Wasserzusatz bald mehr, 
bald weniger groß ist. Wir müssen uns daher mit der der Praxis 
entnommenen Behauptung begnügen, daß sich bei Verbrauch größerer 
Mengen der Preis der gedörrten und in Dosen konservierten Gemüse 
fast gleich stellt. Es kann vielleicht als Nachteil bezeichnet werden, 
daß die Dosengemüse bei gleicher Gewichtsangabe verschiedene Mengen 
an Gemüse und Wasser enthalten, daß also das Wasser bei der In 
haltsberechnung mitgewogen wird. So enthält eine i kg-Dose nicht, 
wie man annehmen sollte, i kg Gemüse, sondern nach Angabe ver 
schiedener Fabriken im Durchschnitt bei: 
Brechspargel I 
600 
g 
Gemüse 
„ mittel 
610 
11 
,', dünn 
620 
11 
Erbsen I . . . . 
585 
,, 
„ II ... . 
560 
11 
Schnittbohnen 
600 
)> 
11 
Brechbohnen . . 
550 
il 
11 
Perlbohnen 
525 
11 
11 
Karotten .... 
640 
11 
11 
Kohlrabi .... 
590 
11 
11 
Die Menge des wirklichen Inhaltes, resp. der Zusatz von Wasser 
Ist der Willkür des Fabrikanten überlassen. Es würde keine großen 
, Betriebsschwierigkeiten verursachen, das Gemüse vor der Konservie- 
rung in den Dosen nach Gewichtseinheit abzuwiegen und dann erst 
mit dem nötigen Wasser zu bedecken. Durch dieses Verfahren würden 
bann die einzelnen Packungen wenigstens einheitlich werden. 
Vielfach hat sich die Ansicht verbreitet, daß die Gemüsekon 
serven nach Ablauf eines Jahres minderwertig an Geschmack und 
i Qualität werden. Bei den Dörrgemüsen ist dies möglich, sofern sie 
nicht in dunklen und ganz trockenen Räumen gelagert haben. Die 
Bosengemüse sind dagegen unbegrenzte Zeit haltbar. Die entgegen 
gesetzte Meinung ist wohl lediglich dadurch verursacht, daß viele 
Händler vor Beginn des Frühjahrs Räumungsverkäufe mit großer 
Reklame und teilweise auch mit Preisermäßigung in Szene setzen. 
Derartige Verkäufe geschehen indessen nur zur Vergrößerung des 
Absatzes. Der Inhalt einer ordnungsmäßig konservierten Dose Ge- 
Abhandlungen d. staatsw. Seminars z. Jena, Bd. IV, Heft 3. 2 
Wagner, Konserven und Konservenindustrie in Deutschland.
	        
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