Full text: Konserven und Konservenindustrie in Deutschland

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bezüglichen Produktion in der Stadt Braunschweig, dieser Verpflich 
tung beitreten würde. Die Produktion ist ermittelt worden durch 
Feststellung seitens des Bureaus der Braunschweiger Handelskammer 
auf Grundlage der Produktionserträge der Jahre 1901, 1902 und 1903. 
Leider wurde aber unter den abschließenden Fabrikanten die Höhe von 
8o°/ 0 der Gesamtproduktion nicht erreicht, so daß die Festsetzung der 
Mindestpreise nicht perfekt geworden ist. Wenn auch eine vertrag 
liche Festsetzung von Mindestpreisen gescheitert ist, so sind doch diese 
Mindestpreise wenigstens als Norm festgesetzt worden und die meisten 
Fabriken werden sie, wenn auch nicht gezwungen, einhalten. Es 
darf aber erhofft werden, daß in späteren Jahren die Höhe von 80 °/ 0 
der Gesamtproduktion unter den Vertragschließenden erreicht und so 
Mindestpreise geschaffen werden. 
Auf Ausfuhr und Ausfuhrverhältnisse deutscher Gemüsekonserven 
werden wir im nächsten Abschnitt ausführlich ein gehen. 
Gemeinsame Verkaufsbedingungen und gleichmäßige Bezeichnung 
gleicher Qualitäten hat der oft genannte Verband in einer General 
versammlung im Jahre 1905 aufgestellt, und wenn auch niemand ge 
zwungen ist, diese Bestimmungen genau innezuhalten, so dürften sie 
doch in Zukunft als Handelsnorm anerkannt werden und manche 
Mißverständnisse beseitigen. 
Auf Ersuchen des Zentralverbandes Deutscher Kaufleute und 
Gewerbetreibender hat der Verein Deutscher Konservenfabrikanten 
an den Bundesrat eine Eingabe gerichtet, worin um eine Verordnung 
gebeten wurde des Inhalts, daß jedes luftdicht verschlossene Gefäß, 
Welches Nahrungsmittel enthält, nur mit der vollständigen Firma des 
Erzeugers versehen in den Handel gebracht werden darf. Durch 
diese Maßnahme übernimmt der Konservenfabrikant dem Konsument 
gegenüber die volle Garantie für den Inhalt und reelle Füllung der 
Lose. Hierdurch macht sich zudem eine Bestimmung über den 
gleichmäßig zugewogenen Inhalt der Dosen überflüssig. 
Auch in der Dörrgemüsefabrikation war in den letzten Jahren 
eine Überproduktion ein getreten. Um hier Hilfe zu schaffen, war 
im Dezember 1903 der Verband Deutscher Dörrgemüsefabrikanten 
ins Leben getreten, dem sich außer zwei bis drei unbedeutenden 
Unternehmungen alle deutschen Dörrgemüsefabrikanten angeschlossen 
haben. Dieser Verband bezweckt der Erzeugung und dem Vertrieb von 
Dörrgemüsen privat- und volkswirtschaftlich gesunde Grundlagen zu 
sichern. 
Bereits Ende Januar 1904 setzte man für sämtliche Dörrgemüse 
bestimmte Mindestpreise auf ein Vertragsjahr fest, zu denen sich alle
	        
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