Full text: Konserven und Konservenindustrie in Deutschland

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war es möglich, für die besseren Spargelsorten und die zarteren 
deutschen Bohnen, die namentlich bei den Deutsch-Amerikanern be 
liebt waren, zu leidlich normalen Preisen Absatz zu finden. Seitdem 
aber durch die Mac Kinley-Bill der Zollsatz von 30 °/ 0 ad valorem 
auf 2 1 / i Cts. für ein Pfund englischen Gewichts festgesetzt wurde, 
stellt sich der Preis des Zolles für eine Zweipfunddose deutschen Ge 
wichts auf ca. 22 Pf. Damit haben wir also einen Zollsatz, der z. B. 
bei Bohnen 100% des Wertes beträgt. Dieser Zoll wurde aber später 
noch dadurch erhöht, daß die Rechnung, die dem amerikanischen 
Konsulate zur Legalisierung vorgelegt werden muß, auch die Un 
kosten frei Schiff und die Schiffsfracht, sowie die Assekuranz und 
auch die Kosten für die Legalisierung selbst in Höhe von 10.60 M. 
enthalten soll. Augenblicklich werden die deutschen Bohnen z. B. 
mit 0.80 per Pfund verkauft; bei solchen Preisen hört natürlich der 
Konsum und somit auch der Export nach den Vereinigten Staaten 
von selbst auf. 
Nach Rußland l ) wurden während des russisch-japanischen Krieges 
größere Mengen deutscher Gemüsekonserven versandt, die wahrschein 
lich für den Kriegsschauplatz bestimmt waren. Vor allem waren 
die deutschen Dörrgemüsefabriken mit russischen Aufträgen be 
schäftigt. Es wird sich nun fragen, ob auch in Zukunft ein Bedarf 
an deutschen Gemüsekonserven eintreten wird. In früheren Jahren 
wurden nur geringe Mengen Gemüsekonserven überhaupt eingeführt 2 ). 
Da sich nach der russischen Statistik eine Gesamteinfuhr nicht er 
mitteln läßt, mögen hier die Zahlen der Einfuhr nach St. Petersburg 
angeführt sein. 
A. Auf dem Wasserwege: 
1. an Dörrgemüsen 
im Jahre 1899 2845 Pud 
„ i9°° 2 573 .. 
„ „ 1901 2622 „ 
2. an Dosengemüsen 
im Jahre 1899 
„ „ 1900 
„ „ 1901 
i2 329 Pud 
12 684 „ 
11836 „ 
1) Mitteilungen verschiedener Fabrikanten im Jahre 1905. 
2) Privatbericht des deutschen Generalkonsulats St. Petersburg 1904.
	        
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