Full text : Konserven und Konservenindustrie in Deutschland

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ist,  daß  es  sich  im  Preise  so  hoch  stellt,  daß  man  darauf  verzichten
mußte,  neue  und  größere  Armeekonservenfabriken  zu  errichten  und
es  vorzieht  die  Privatfabriken  zur  Lieferung  mit  heranzuziehen.
Bei  der  gegebenen  Sachlage  muß  daher  die  deutsche  Militärverwaltung ­
  an  dem  Bestehen  leistungsfähiger  und  gutfundierter
Privatdosenfleischfabriken  ein  großes  Interesse  haben,  weil  diese  ihr
im  Kriegsfälle  einen  Rückhalt  zu  bieten  vermögen.  Sie  hat  daher
auch  alle  Veranlassung  die  deutsche  Privatindustrie  durch  Rat  und  Tat
bei  der  Fabrikation  zu  unterstützen  und  durch  kleinere  Aufträge  sich
von  Zeit  zu  Zeit  von  der  Güte  und  Beschaffenheit  dieser  deutschen
Fleischkonserven  zu  überzeugen.
2.  Die  ausländische  Fleischkonservenindustrie.
a)  „The  Big  six“ J ).
Die  Hauptproduktionsländer  der  Fleischkonserven  sind  die  Vereinigten ­
  Staaten  von  Nordamerika,  Argentinien,  Uruguay  und  Queensland. ­
  In  den  zuletzt  genannten  drei  Ländern  sucht  man  die  Viehvorräte ­
  verarbeitet  als  Dosenfleisch,  Fleischextrakt  oder  als  gefrorenes
Fleisch  nach  dem  Auslande  zu  bringen.  Ganz  anders  liegen  die  Verhältnisse ­
  der  Fleischkonservenherstellung  in  den  Vereinigten  Staaten,
und  da  die  dortigen  Zustände  die  Herstellung  von  Fleischkonserven
zum  Teil  bedingen,  ist  es  angebracht,  auf  die  dortigen  Fleisch-  und
Viehverhältnisse  näher  einzugehen.
Maßgebend  für  den  Fleischgroßhandel  in  den  Vereinigten  Staaten
sind  die  Firmen  Armour,  Swift,  Morris,  National-Packing,  Schwarzschild ­
  and  Sulzberger  und  Cudahy,  welche  meist  als  „die  großen  Sechs“
(The  Big  six)  bezeichnet  werden.  Armour  and  Comp,  ist  eine  Gesellschaft ­
  in  Chicago  (Illinois)  mit  einem  Kapital  von  20  Millionen  Dollar,
die  sich  im  ausschließlichen  Besitz  von  Mitgliedern  der  Familie
Armour  befinden.  Diese  Gesellschaft  mit  der  Tochterfirma  Armour
Packing  Company  (Kapital  7,5  Millionen  Dollar)  betreibt  Packhäuser
in  Chicago,  Kansas  City,  South  Omaha,  East  St.  Louis  und  Fort
Worth.  Ihre  neueste  Anlage  wurde  in  Sioux  City  errichtet.  In  den
Schlachthäusern  der  Gesellschaft  wurden  im  Jahre  1905  1  255  366  Rinder,
3451892  Schweine  und  1496984  Schafe  geschlachtet.
Die  ebenfalls  im  Staate  Illinois  begründete  Firma  Swift  and  Co.
mit  einem  Kapital  von  35  Millionen  Dollar,  zählt  über  6000  Aktionäre

1)  Aus  „Report  of  the  commissioner  of  corporations  on  the  beef  industry“.  Departement ­
  of  commerce  and  labor.  Washington  March  1905.
            
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