Full text : Magdeburger Großkaufleute

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möge  hier  Platz  finden,  als  ein  schönes  Blatt  der  Ehre  fiir  die  Fa.  Schlitze  &  Co.,
ebenso  wie  für  Carl  Deneke.  Sie  lautet:
Magdeburg,  d.  1.  Xbr  (Oktober)  1827.
Werter  Herr  Deneke!  —  Wir  erwidern  heute  Ihr  geehrt,  particulier  Schreiben  ab  Chemnitz,
worin  Sie  uns  den  Entschluß  mitteilen,  im  künftigen  L  erb  st  mit  Ihrem  Freund  Gneist  Ihr
eignes  Geschäft  etablieren  zu  wollen.  Ihre  rege  Tätigkeit  und  Liebe  für  unsre  Wandlung,  die  Sie
in  dein  Zeitraum  Ihres  Dienstes  in  allen  Angelegenheiten  bei  uns  bewiesen  haben,  gibt  Ihnen  die
gerechtesten  Ansprüche  auf  unsern  Dank,  und  wenn  wir  Ihnen  diesen  hiermit  aus  aufrichtigem
Lerzen  zollen,  so  fügen  wir  noch  die  Versicherung  hinzu,  daß  es  uns  stets  große  Freude  gemacht
hat,  Ihren  Eifer  für  unser  Geschäft  mit  jedem  Jahre  wachsen  zu  sehen.
Bei  diesen  reinen  Gesinnungen  ist  Trennung  von  Ihnen  ein  schmerzliches  Gefühl  für  uns,
und  dennoch  können  wir  Ihrem  Vorhaben  nichts  entgegensetzen  und  müssen  die  Zusicherung
hinzufügen,  daß  auch  unter  veränderten  Llmständen  unsere  Liebe  zu  Ihnen  unwandelbar  bleiben
soll  und  unsere  besten  Wünsche  für  Ihr  ferneres  Wohl  Ihnen  aufrichtig  gewidmet  sind.
Da  Sie  nun  Johannis  Ihre  neue  Einrichtung  zu  treffen  wünschen,  so  bestimmen  wir  Ihr
Einverständnis  voraussetzend  aus  den  I.Juny  künftigen  Jahres  die  Zeit  Ihres  Abgangs  von
uns  und  bleiben  Ihnen  stets  mit  Freundesliebe  ergeben  Schütze  &  Co.
Im  August  1828  war  es,  daß  Carl  Deneke  zusammen  mit  Friedrich  Gneist  die
Firma  Gneist  &  Deneke  gründete,  der  im  Jahre  1830  auch  Gustav  Coqui  als
stiller  Teilhaber  beitrat,  um  zu  ermöglichen,  daß  das  Geschäft,  ein  Produktenhandel, ­
  auch  aus  russische  Landesprodukte  ausgedehnt  werde,  wozu  sonst  das
Kapital  fehlte.  Die  Firma  kam  vorwärts,  und  jeder  Teilhaber  erwarb  sich,  lvie
Deneke  sagt,  „ein  kleines  Kapitälchen".  6  Jahre  führten  die  Freunde  nicht  nur
gemeinsam  das  Geschäft,  sondern  auch  gemeinsame  Junggesellenwirtschast.
Da  brachte  unserem  Deneke  das  Jahr  1834  das  höchste  Glück  seines  Lebens.
Noch  ist  der  Brief  vom  Juli  jenes  Jahres  vorhanden,  worin  er  sich  an  die  sehr
verehrte  Madame  Jaeger  geb.  Pieschel  wendet,  um  zu  beteuern,  wie  glühend  er
ihre  Tochter  Jdi  liebe,  und  sie  zu  bitten,  der  Tochter  seine  Gefiihle  imb  Gesinnungen ­
  mitzuteilen.  Noch  ist  die  Antwort  erhalten,  worin  Frau  Jaeger  ihre  Zusage ­
  damit  begründete,  daß  ihr  einstimmig  bekundet  worden  sei,  sie  „könne  ihrer
Tochter  Zukunft  mit  unbedingtem  Vertrauen  in  Denekes  Lände  legen".  Noch
heute  erfreut  sich  die  Familie  Deneke  am  Besitze  eines  Zettels,  auf  dem  Frau
Jaeger  (ihr  Mann  war  bereits  verstorben)  die  „Worte  des  Lerzens"  verzeichnet
hat,  die  sie  bei  der  Verlobung  der  beiden  Leute  am  27.  Juli  1834  sprach.  Die
Lochzeit  des  Paares  fand  am  27.  November  des  gleichen  Jahres  statt.  Damit
zog  in  das  Laus  des  Mannes,  dessen  Lerz  niemals  an  Reichtümern  und  Glanz
gehangen  hat,  das  Glück  des  Familienlebens  ein,  das  er  mit  vollem  Lerzen  empfand ­
  und  bis  an  sein  Lebensende  als  besten  Besitz  festzuhalten  suchte.  Leider
aber  hatte  seine  Firma  stark  unter  den  Konjunkturen  zu  leiden,  die  die  Gründung
            
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