Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Untersuchung  von  Boden.

Wachstum  beeinflussenden  Faktoren  —  den  Boden  auf  seine  chemische  Zusammensetzung
und  diejenigen  physikalischen  Eigenschaften  zu  prüfen,  welche  für  das  Plianzenwachstum
besonders  wichtig  sind.
Soll  aber  die  Untersuchung  einwurfsfreie  Ergebnisse  liefern,  so  ist  es  vor  allem
geboten,  bei  der  Entnahme  der  Proben  die  größte  Sorgfalt  und  alle  Vorsichtsmaßregeln  zu
beachten,  um  ihnen  den  Charakter  der  Durchschnittsproben  zu  sichern.
Zu  dem  Zweck  stellt  man  zunächst  durch  Beobachtung  des  augenblicklichen
Pfianzenwnohses  und  der  äußeren  Bodenbeschaffenheit  fest,  ob  die  in  Betracht  kommenden
Ländereien
a)  eine  einheitliche  Beschaffenheit  besitzen,
b)  bedeutende  Verschiedenheiten  aufweisen.
Im  Falle  a  verteilt  mau  die  Probenahme  gleichmäßig  über  die  ganze  Fläche  in  der
Weise,  daß  mau  an  möglichst  vielen  Stellen  die  lebende  Bodennarbe  möglichst  flach
abschält  und
1.  Proben  von  etwa  1—2  kg  von  der  Oberfläche  bis  zu  20  cm  Tiefe,
2.  Proben  von  etwa  1—2  kg  von  20  cm  Tiefe  bis  zur  Sohlentiefe  der  vorhandenen
oder  noch  zu  ziehenden  Entwässerungsgräben  aushebt.
3.  Für  den  Fall,  daß  die  Gräben  überall  oder  an  einzelnen  Stellen  schon  in  den
mineralischen  Untergrund  einsohneiden,  hält  man  den  (ebenfalls  einzusendenden)
mineralischen  Teil  (Probe  3)  von  dem  moorigen  Teil  der  Probe  2  gesondert.
Sämtliche  Binzelprobeu  aus  der  Oberflächenschicht  (unter  1)  werden  auf  das  sorgfältigste ­
  durcheinandergemischt,  daraus  wird  ein  Durchschnittsmuster  von  mindestens  2-—3  kg
entnommen  und  in  einen  vorher  mit  unauslöschlicher  Farbe  benummerten  reinen  Beutel
verpackt.  Ebenso  gewinnt  man  je  eine  Durchschnittsprobe  aus  den  tieferen  Schichten
(unter  2  und  3).
Im  Falle  b  verfährt  man  auf  jeder  einzelnen  der  untereinander  verschiedenen
Flächen  für  sich  genau  wie  auf  Fläche  a  und  entnimmt  somit  weitere  Durchschnittsproben:
la,  2  a  usw.,  1b  usw.
Ist  der  Moorstand  geringer  als  20  cm,  so  ist  in  der  angegebenen  Weise  je  eine
Durchsohnittsprobe  aus  der  eigentlichen  Moorsohicht  und  aus  dem  mineralischen  Untergrund
zu  nehmen.
Finden  sich  in  der  Nähe  des  Moores  oder  in  erreichbarer  Tiefe  des  Untergrundes
mineralische  Bodenarten:  Sand,  Lehm,  Mergel,  Wiesenkalk  und  der  gl.,  die  möglicherweise
für  die  Meliorierung  des  Moorbodens  Bedeutung  gewinnen  könnten,  so  sind  auch  hiervon
Durchschnitteproben  von  1—l , / a  kg  zu  entnehmen  und  mit  einer  genauen  Beschreibung  der
Lagerungsverhältnisse,  des  räumlichen  Umfanges  usw.  zu  versehen.
Die  Proben  sind  in  frischem  Zustand,  gut  und  jede  für  sich  verpackt,  zur
Untersuchung  einzusenden.
Es  ist  wünschenswert,  daß  von  jeder  zu  untersuchenden  Fläche  ein  etwa  3  dm  langes
und  breites  Stück  der  ursprünglichen  Bodennarbe  (Gras-,  Heide-,  Moosnarbe  oder  dergleichen)
mit  den  darauf  befindlichen  Pflanzen  in  unverletztem  Zustand  eingesandt  wird.  Die  Auswahl ­
  des  Narbenstückes  ist  so  zu  treffen,  daß  dadurch  eine  einigermaßen  richtige  Vorstellung
von  dem  durchschnittlichen  gegenwärtigen  Pflanzenbestand  der  Moorfläche  gewonnen  werden
kann.  Ist  dieser  Bestand  sehr  verschieden,  so  sollten,  falls  nicht  überhaupt  Fall  b  der
Probenahme  Platz  greift,  mehrere  Narbenproben  von  derselben  Fläche  eingesandt  worden.
Die  Narbenproben  werden  am  zweckmäßigsten  nach  der  Entnahme  mit  einer  Bezeichnung
versehen,  in  besondere  Kistchen  verpackt  und  möglichst  bald  mit  der  Post  abgeschiokt,
damit  die  Pflanzen  in  noch  erkennbarem  Zustande  eintreffen.
Wenn  die  Anlage  von  Dauerweiden  oder  Wiesen  beabsichtigt  wird,  so  ist  es  von  allergrößter ­
  Wichtigkeit,  mehrere  derartige  Narbenstücke  von  jeder  Fläche  einznsenden,  und
zwar  bei  Unterschieden  im  Niveau  der  einzelnen  Fläche  mindestens  je  eines  von  dem
höheren  und  von  dem  tieferen  Teile.  Befinden  sich  in  der  Nähe  auf  demselben  Boden
gute  Dauerweiden  oder  Wiesen,  so  ist  es  sehr  erwünscht,  daß  auch  von  diesen  eine  kennzeichnende ­
  Narbenprobe  oder  eine  etwa  1  kg  große  Durchschnittsprobe  des  Heus  eing@'
reicht  wird.
            
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