Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

162  Künstliche  Düngemittel.

hält,  was  meistens  nach  10  Minuten  erreicht  ist;  man  filtriert,  wäscht  mit  heißem
Wasser  aus,  bis  das  Filtrat  oxalsäurefrei  ist,  löst  das  Calciumoxalat  in  Salzsäure,
engt  diese  Lösung  auf  25  ccm  ein,  fügt  10  ccm  Schwefelsäure  (1;  5)  und  150  ccm
96  °/ 0 -igen  Alkohol  hinzu,  filtriert  nach  3  Stunden  und  wägt  den  Kalk  als
Calciumsulfat.
5.  Bestimmung  des  Mangans. 1 )  Das  Verfahren  beruht  auf  der  Umsetzung;
3  Mn  Cl 2  -(-  2  K  Mn  0^.  -j-  2  Zn  0  =  2  K  CI  -j-  5  Mn  0 2  -j-  2  Zn  Cl 2
und  wird  wie  folgt  ausgeführt:  10  g  Phosphat  werden  unter  Zusatz  von  chlorsaurera
Kalium  mit  Salzsäure  erhitzt  und  nach  Entfernung  des  Chlors  durch  Kochen  auf  1  1
aufgefüllt.  200  ccm  der  durch  Schütteln  gemischten,  nicht  filtrierten  Lösung  werden  in
einem  Erlenmeyer-Kolben  von  etwa  800  ccm  Inhalt  zur  Bindung  der  Phosphorsäure
an  Eisen  mit  100  ccm  der  oben  erwähnten  Eisenlösung  versetzt  und  bis  zum  Kochen
erhitzt,  darauf  wird  so  lange  Zinkoxyd  hinzugefügt,  bis  1  Tropfen  der  Lösung  durch
1  Tropfen  Rhodankalium  nicht  mehr  gerötet  wird.  Die  heiße  Lösung  wird  alsdann
nach  Volhard-Wolff  so  lange  unter  häufigem  Schwenken  mit  Kaliumpermanganat
von  bekanntem  Gehalt  titriert,  bis  die  über  dem  Niederschlage  stehende  Flüssigkeit ­
  rosa  gefärbt  ist.  Man  beobachtet  nach  jedem  Zusatze  der  Kaliumpermanganatlösung ­
  die  nach  kurzer  Zeit  entstehende  klare  obere  Schicht  bei  durchfallendem  Lichte.
Da  die  Eisenlösung  und  das  Zinkoxyd  geringe  Mengen  Kaliumpermanganat
reduzieren,  so  ist  vorher  ein  blinder  Versuch  anzustellen  und  die  hierbei  verbrauchte ­
  Menge  Kaliumpermanganat  in  Abzug  zu  bringen.
Beispiel;  1  ccm  Kaliumpermanganat  entspreche  0,0106  g  Fe  oder  0,0106x0,2946  =
0,00312  g  Mn.  Zum  blinden  Versuche  wurde  verbraucht  1  ccm  Permanganatlösung,  zur
Bestimmung  6  com,  demnach  enthalten  200  ccm  Phosphatlösung  =  2  g  Substanz  (6—1)
x  0.00312  oder  0,0156  g  Mn,  mithin  100  g  =  0,78  g  Mn.
F.  Bestimmung  von  Kieselsäure,  Kohlensäure,  Schwefelsäure,  Chlor,  Jod
und  Fluor.
1.  Bestimmung  der  Kieselsäure.  Die  Kieselsäure  wird  durch  mehrmaliges
Eindampfen  mit  Salzsäure  bezw.  Königswasser  abgeschieden  und  kann  nach  Aufnehmen ­
  mit  salzsäurehaltigem  Wasser  durch  Abfiltrieren  und  Auswaschen  des
Rückstandes  bestimmt  werden.  Ist  auch  Sand  als  Beimengung  anzunehmen,  so
kocht  man  den  gewogenen  Rückstand  mit  einer  Lösung  von  kohlensaurem  Natrium
und  etwas  Natronlauge  aus  und  wägt  nach  dem  Auswaschen  den  unlöslich  gebliebenen ­
  Sand  (vergl.  S.  31  a).
Wenn  die  Phosphate  gleichzeitig  Fluorverbindungen  enthalten,  dann  ist  dieses  Verfahren ­
  zur  Kieselsäure-Bestimmung  ungenau;  es  kommt  dann  zu  der  in  vorstehender  Weise
gefundenen  Menge  Kieselsäure  die  der  entwichenen  Fluormenge  äquivalente  Kieselsäure
(4  Fl  =  SiO ä )  hinzu.  Man  kann  dann  zur  Beseitigung  des  Fluors  das  S.  34  angegebene
Borsäure-Schmelzverfahren  amvenden,  wodurch  alles  Fluor  als  BF1 3  entfernt  wird.  Indes
hat.  das  Verfahren  hier  seine  Schwierigkeit,  weil  es  nur  in  Platinschalen  ausgeführt  werden
kann  und  die  in  diesem  Falle  frei  werdende  Phosphorsäure  die  Platinsohale  angreift.
2.  Bestimmung  der  Kohlensäure  wie  im  Boden  S.  15.
8.  Bestimmung  der  Schwefelsäure  und  des  Schwefels  wie  im  Boden  S.  29
und  S.  39  u.  f.
4.  Zur  Bestimmung  des  Chlors,  Jods  und  Fluors  empfiehlt  der  Verein
Deutscher  Düngerfabrikanten  folgende  Verfahren 1 ):
')  Methoden  zur  Untersuchung  der  Kuustdüngemittel,  herausgegeben  vom  Verein
Deutscher  Düngerfabrikanten,  1903,  10.
            
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