Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Künstliche Düngemittel. 
i. D. R., wie bei Knochenmehl S. 167 angegeben ist. Man kann auch in der Weise ver 
fahren, daß man 2,5—5,0 g Substanz mit etwa dem 4-fachen Gewichte eines sehr fein 
zerriebenen Gemenges von 1 Gewichtsteil Kalisalpeter und 2 Gewichtsteilen wasser 
freiem Natriumkarbonat mengt und das Gemenge anfangs gelinde, dann langsam 
steigernd bis zur Rotglut und zuletzt bis zum Schmelzen erhitzt, nach dem Erkalten 
die Schmelze in salpetersäurehaltigem Wasser löst, die Flüssigkeit in einer Porzellan 
schale zur Trockne bringt, um die Kieselsäure abzuscheiden, den Rückstand mit 
salpetersäurehaltigem Wasser aufnimmt, filtriert und mit etwa 100 ccm Molybdän 
lösung (siehe weiter Phosphorsäurebestimmung S. 150) fällt. 
Heß fällt die Phosphorsäure in 50 ccm des Filtrats seiner unter 1 erhaltenen 
Lösung nach dem Zitratverfahren, wobei jedoch zu beachten ist, daß die zu ver 
wendende Schwefelsäure arsenfrei sein muß, weil sonst durch Mitfällung von arsen- 
saurem Ammon-Magnesium zu hohe Ergebnisse erhalten werden. 
8. Asche, Sand und Feuchtigkeit. (Wie bei „Knochenmehl“, vergl, S. 167.) 
4. Nachweis von Blut in Blutdünger, Blutmelasse. Man wäscht nach A. Emmer 
ling 1 ) 10—20 g der Substanz auf Gaze mit Wasser aus, bringt von dem Rückstand 
einen Teil in ein Reagensglas, tibergießt mit 25 °/ 0 -igem Ammoniak, kocht über der 
Flamme etwa 20—25-mal auf, läßt abkühlen und filtriert. Die klare Lösung wird in ein 
planparalleles Absorptionsgläschen gefüllt, so daß noch ein Raum für einige Tropfen 
frei bleibt. Man beobachtet mit Hilfe des Spektralapparates das Spektrum eines 
leuchtenden Gasflämmchens, während das Absorptionsgläschen vor dem Spalt steht. 
Wenn das Spektrum zu stark absorbiert wird, muß etwas verdünnt werden. Man 
bringt dann einige Tropfen nicht zu alten Schwefelammoniums zu der Lösung im 
Absorptionsgläschen; wenn Blut vorhanden ist, so erhält man die sehr kennzeichnenden 
dunkeln Absorptionsbänder des Hämatochromogens. Es empfiehlt sich, stets die Gegen 
probe mit zweifellos echtem Blutdünger oder getrocknetem Blut anzustellen. 
Dieses Verfahren kann in einem mit Ledermehl oder Lederabfällen ver 
fälschten Blutmehl oder Blutdünger im Stiche lassen. Es rührt dies daher, daß 
Lederabfälle beim Kochen mit Ammoniak eine tiefbraune Lösung liefern, die schon 
bei mäßiger Konzentration das ganze Spektrum auslöscht. Um Teile des Spektrums 
und darin etwa auftretende Absorptionsbänder sichtbar zu machen, müßte man er 
heblich mit Wasser verdünnen. Hierdurch wird aber leicht die Grenze der Sicht 
barkeit jener Bänder überschritten, so daß das Spektrum wieder kontinuierlich er 
scheint. Man kann sich in einigen Fällen dadurch helfen, daß die ausgewaschene 
Substanz zuerst mehrfach mit Alkohol ausgekocht wird, bis filtrierte Anteile keine Gerb 
stoffreaktion mehr geben. (Als Reagens auf Gerbstoff kann man eine ammoniakalische 
Lösung von weinsaurem Eisenoxydul verwenden.) In manchen Fällen dürfte Aus 
kochen mit Wasser zweckmäßiger sein, falls sich der vorhandene Gerbstoff leichter 
hierin als in Alkohol löst. Mit dem Rückstand kann man dann in der angegebenen 
Weise verfahren und wird daun das vorher vermißte Hämochromogenspektrum er 
halten. Die Gerbstoffreaktion der Auskochungen kann zugleich als Beweismittel für 
die Gegenwart von Leder dienen, das außerdem an einzelnen ausgesuchten Teilchen 
mikroskopisch an der ausgesprochenen Faserstruktur zu erkennen ist. Ob dieses 
Verfahren auch noch ausreicht, wenn das Leder als gedarrtes Ledermehl vorhanden 
ist, konnte A. Emmerling bis jetzt noch nicht feststellen. 
In anderen Fällen kann auch die Teichmann sehe Häminprobe gute Dienste 
leisten. Man zieht etwa 5—10 g des Blutdüngers oder der Blutmelasse mit koch 
salzhaltigem Wasser aus, verdampft das Filtrat mit Essigsäure im Uhrglase oder 
x ) Nach einer privaten Mitteilung.
	        
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