Knochenmehl.
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auf dem Objektträger ein und untersucht den Rückstand auf Hämin-Kristalle
(schmale, zugespitzte rhombische Blättchen).
II. Knochenmehl.
1. Stickstoff. 1—2,0 g Substanz werden nach Kjeldahl verbrannt.
Bei sehr grobkörnigem Knochenmehl, z. B. bei rohem und stark haarehaltigem
Hehl, verfährt man, wie vorstehend bei Blutmehl, Hornmehl usw. S. 165 ange
geben ist.
2. Asche und Sand. 5 g Substanz werden verascht und darauf gewogen.
Die Asche wird mit Salz- oder Salpetersäure längere Zeit (etwa 1 / 4 Stunde) zum
Sieden erhitzt, in einen 500 ccm fassenden Kolben filtriert, der Rückstand (Sand,
T °n) gut ausgewaschen und, wenn dessen Bestimmung notwendig ist, geglüht, ge
wogen und als Sand + Ton in Rechnung gebracht.
3. Phosphorsäure. Das Aufschließen wird nach den Beschlüssen des Verbandes
iandw. Versuchs-Stationen i D. RA) in der "Weise bewirkt, daß man entweder
5 g Knochenmehl in 50 ccm Königswasser (3 Teile Salzsäure von 1,12
spezifischem Gewicht und 1 Teil Salpetersäure von 1,25 spezifischem
Gewicht) oder vorsichtig in einem Gemisch von 20 ccm Salpetersäure
von 1,42 spezifischem Gewicht und 50 ccm konzentrierte Schwefelsäure
! on 1,84 spezifischem Gewicht durch Vstündiges Kochen löst, auf
oOO ccm auffüllt und hiervon 50 ccm zur Fällung verwendet.
Die Zerstörung der organischen Stoffe kann ferner auch durch Salzsäure
^d chlorsaures Kalium geschehen oder endlich durch Zusammenschmelzen mit
einem Gemisch von Kaliumnitrat und Natriumkarbonat (im Verhältnis von 1 :2),
wi e hei Blutmehl, Hornmehl usw. (s. oben). Fermentierte Knochenmehle müssen
Un ter allen Umständen auf diese Weise aufgeschlossen bezw. gelost werden.
4. Feuchtigkeit. 5 g Substanz werden bei 100-110 bis zur Gewichts-
eständigkeit getrocknet. , . , ,
5. Haut- und hornartige Stoffe. Von dem gemahlenen durch ein 1 mm-Sieb
geschlagenen, sorgfältig gemischten Knochenmehle werden 10 g entweder in einem
^linder (von 100-200 ccm Inhalt) mit Ausguß, der vorher gut bis zur Hälfte mit
Chloroform gefüllt ist. geschüttelt, dann bis nahe an den Ausguß mit Chloroform
^füllt, das Ganze mehrmals durchgeschüttelt, hingestellt, bis die Ch oroformschicht
fischen Bodensatz und Schwimmendem hinreichend klar geworden ist, und das oben
^schwimmende durch raschen Guß auf ein trocknes Filter gebracht und abtropfen
fassen. Oder man füllt einen Scheidetrichter (von 200 ccm Inhalt mH weiter
Durchbohrung zur Hälfte mit Chloroform, füllt 10 g Knochenmehl ein, dann fast
!°« Chloroform, schüttelt durch, läßt wie vorhin ah«t« ^ Jenj e zifisch
Schweren Teil des Knochenmehles nebst der klaren Schicht ahfließen und bringt
Wie vortm, r i ■ n'oiip auf ein trocknes Iilter. JNacMem das
Dhlorofn , <le sc ^ wimme . ' 90 100° getrocknet, der Rückstand
in ?• °rm abgetropft ist, wird das Filter bei Jv iw g ’
e Schale gebracht und gewogen. mmende Schicht in einem Scheide-
trichtpp ‘ Stutzer empfiehlt, die oben aufsch erst mit Alkohol zu
wnter, wenn der Bodensatz bis nahe an diese abgeiassenj* ,
diesen langsam durch den Glasha n a 1 P J trocknen und zu
Khckstand in eine tariprte Glasschale zu spülen, hei 100« zu trocknen und zu
Wä ^- Die trockne“ hatl soll keinen gelben Fettrand zeigen. Da die Knochen i
i Landw. Versuchs-Stationen 1890, 38, 28o.