178 Künstliche Düngemittel.
fischem Gewicht 1 / 2 .Stunde stark gekocht, ahgekühlt, mit Wasser auf 500 ccm auf-
gefüllt, durch dichtes Filtrierpapier filtriert, 50 ccm des ganz klaren Filtrats an
nähernd mit Ammoniak neutralisiert, mit 100 ccm Zitratlösung (nach M. Märcker
vergl. Lösung 12 b) versetzt, gekühlt und nach Zusatz von 25 ccm Magnesiamixtur
1 / 2 Stunde ausgerührt usw.
2. Kohlensäure in 3—5 g Substanz wie hei Boden (S. 15) oder wie bei
Mergel (S. 102).
3. Feuchtigkeit vergl. S. 136.
VIII. Präzipitierte Phosphate.
1. Gesamtphosphorsänre. 5 g Substanz werden in einem 1 / 2 Literkolben mit
Schwefelsäure oder Königswasser, bis Lösung erfolgt, gekocht, sodann abgekühlt,
zur Marke aufgefüllt, durch ein trockenes Filter filtriert und 50 ccm des Filtrates
nach dem Molybdän- (S. 150) oder Zitratverfahren (S. 152) behandelt. Nach
Th. Pfeiffer 1 ) erhält man durch Lösen mit Salzsäure beim Fällen mit Magnesia
mixtur den als Pyro- bezw. Metaphosphat vorhandenen Teil der Phosphorsäure,
welcher um so größer ist, je schärfer das Phosphat getrocknet wurde, nicht. In
folgedessen hat der Verband landwirtschaftlicher Versuchs-Stationen
folgenden Antrag von Th. Pfeiffer angenommen; 2 ) Es ist dahin zu wirken,
daß beim Verkauf von Präzipitaten eine Garantie für die in Form von
Dicalciumphosphat vorhandene (zitratlösliche) Phosphorsäure ge
leistet wird.
2. Zitratlösliche Phosphorsäure. Über die Bestimmung der zitratlöslichen Phos
phorsäure nach P. Wagner vergl. S. 156 No. 4a, nach A. Petermann S. 156 No. 4b.
3. Bestimmung von Eisenoxyd, Tonerde, Kalk usw. vergl. S. 160.
4. Bestimmung des Arsengehaltes in für Fütteruugszwecke bestimmtem
Präzipitat, a) Qualitativer Nachweis. Zu diesem Zwecke sei das Gutzeit-
sche Verfahren wegen der sehr bequemen Ausführbarkeit empfohlen:
Man . bringt 1—2 g Substanz in ein größeres Probierglas, setzt etwa 1 g
chemisch reines Zink, sowie etwa 10 ccm schwach verdünnte, chemisch reine Salz
säure hinzu, verschließt die Mündung lose mit einem Baumwollebausch (um spritzende
Flüssigkeitströpfchen zurückzuhalten) und deckt darüber ein mit kalt gesättigter
konzentrierter Silbernitratlösung getränktes Stückchen Filtrierpapier. Man läßt in
einem wenig belichteten Raume etwa 1 Stunde stehen; entsteht auf dem Filtrier
papier ein gelber Fleck, so ist Arsen vorhanden.
Das Zink darf keine Spur Schwefelzink und ebensowenig wie die Salzsäure
Arsen enthalten, worüber man sich durch einen blinden Versuch Sicherheit verschafft.
b) Quantitative Bestimmung. 10—20 g Substanz werden nach den
Vereinbarungen im Kaiserl. Gesundheitsamt 3 ) in einer Porzellanschale in der nötigen
Menge, nämlich in etwa 25 ccm reinster Salzsäure von 1,10—1,12 spezifischem Ge
wicht und 75 ccm Wasser gelöst ; man setzt 0,5 g chlorsaures Kalium hinzu, bringt
auf ein Wasserbad, gibt, wenn die Flüssigkeit die Temperatur des Wasserbades
angenommen hat, von 6 zu 5 Minuten weitere kleine Mengen von chlorsaurem Kalium
hinzu, im ganzen etwa 2 g, und ersetzt dabei das verdunstete Wasser. Nach dem
Erkalten der Flüssigkeit wird filtriert, das erste Filtrat in einer Kochflasche erhitzt;
bis kein Chlorgoruch mehr wahrnehmbar ist, das Waschwasser dagegen für sich bis
auf etwa 50 ccm im Wasserbade verdunstet und dann beide Flüssigkeiten vereinigt-
*) Landw. Versuchs-Stationen 1896, 47, 357.
2 ) Ebenda 1897, 4!», 29.
3 ) Zeitschr. f. angew. Chemie 1888, 307.