Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Futtermittel,

C.  Beger 1 )  empfiehlt  für  genaue  Fettbestimmungen  in  proteinreichen
Stoffen  den  Vorschlag  Dormeyers,  nämlich  die  Stoffe  zur  Lösung  der  Proteinstoffe ­
  vorher  mit  Pepsin  und  Salzsäure  (S.  219)  zu  behandeln  und  den  Rückstand
nach  dem  Trocknen  mit  Äther  auszuziehen,  weil  auf  diese  Weise  unter  Umständen
nicht  unwesentlich  höhere  Fettmengen  erhalten  werden.
Aus  dem  vorher  tarierten,  die  Ätherfettflüssigkeit  enthaltenden  Kölbchen  wird
der  Äther  durch  Destillation  entfernt,  der  Kolhen  im  Dampftrockenschranke  während
1—2  Stunden  getrocknet  und  zurückgewogen.  Die  Gewichtszunahme  gibt  die  aus
der  angewendeten  Substanz  enthaltene  Menge  „Eohfett“  an.
Der  gewogene  Ätherauszug  braucht  nach  dem  Trocknen  nicht  vollkommen ­
  in  Äther  löslich  zu  sein. 2 )
Der  Ätherauszug  schließt  außer  eigentlichem  Fett  auch  noch  verschiedene  andere
Bestandteile  ein,  vorwiegend  Farbstoffe  aller  Art  (Chlorophyll)  und  organische  Säuren  usw.
Die  Farbstoffe  lassen  sich  zwar  durch
Behandeln  der  ätherischen  Fettlösung  mit
gereinigter  Tierkohle  entfernen,  diese
absorbiert  aber  auch  einen  Teil  des  Fettes,
so  daß  alsdann  von  letzterem  zu  wenig
gefunden  wird.
Zur  Entfernung  etwaiger  Säuren
kann  man  den  Ätherauszug  mit  kochend
heißem  Wasser  durchschütteln,  filtrieren
und  in  den  Wasserauszügen  die  Säure
titrieren.  Das  rückständige  Fett  auf  dem
Filter  wird  nach  dem  Abtrocknen  an  der
Luft  mit  warmem,  absolutem  Alkohol  und
Äther  gelöst,  in  ein  vorher  gewogenes
Kölbchen  filtriert,  Alkohol  und  Äther
verdunstet  usw.  und  wieder  gewogen.
Dadurch,  daß  man  den  Ätherauszug
in  wenig  heißem  Alkohol  löst  und  erkalten ­
  läßt,  kann  man  die  wachsartigen
Verbindungen  und  Kohlenwasserstoffe  (bei
Heu  und  Grünfutterstoffen)  aus  dem
Ätherauszug  abscheiden;  indes  ist  dieses
Trennungsverfahren  nicht  scharf,  auch
haben  sich  die  wachsartigen  Verbindungen
des  Ätherauszuges  ebenfalls  als  teilweise  verdaulich  erwiesen.
Ein  von  A.  Emmerling  und  G.  Loges  eingerichteter  Fettbestimmungsapparat  für
8  Soxhletsche  Köhren  (vergl.  Fig.  34  S.  221)  verbindet  mit  dem  Vorzug  der  Raumersparnis  den
einer  bequemen  Handhabung  bei  der  Ausführung  des  Ausziehens,  da  die  ganze  obere  Vorrichtung ­
  des  Apparates  um  die  Achse  des  festen  Stativs  leicht  drehbar  ist.  Neuerdings  ist
an  dem  Apparat  das  Kühlgefäß  verbreitert  und  dadurch  der  ganze  Apparat  etwas  niedriger
geworden. 3  4 )
Wir  verwenden  neben  dieser  noch  Vorrichtungen  von  obenstehender  Form,
bei  welchen  die  Ätherfettkölbchen  entweder  in  einem  gemeinschaftlichen  Wasserbade ­
  (Fig.  35)  oder  auf  einer  elektrischen  Heizplatte  (Fig.  36,  S.  223)  erwärmt
werden  und  jedes  Kölbchen  mit  einem  Kühlrohr  versehen  ist. 1 )
’)  Chem.-Ztg.  1902,  20,  112.
2 )  Landw.  Versuchs-Stationen  1892,  40,  60.
3 )  Der  Apparat  kann  durch  den  Mechaniker  Zwickert  in  Kiel  bezogen  werden.
4 )  Die  Halter  (Fig.  36)  befinden  sich  nicht  an  dem  Soxhl  et  sehen  Heherapparat,
sondern  an  dem  Kühler.

Fig.  35.
Vorrichtung  für  Fettauszielrangen  im  Wasserbade.
            
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