Bestimmung des Fettes.
223
2. Bestimmung der freien Fettsäuren des Fettes. Für die Bestimmung der
freien Fettsäuren wird der bei 100° (zwei Stunden) getrocknete Ätherauszug mit
25 ccm Äther ühergossen, nach dem Lösen des Fettrückstandes mit ein paar
Tropfen alkoholischer Phenolphthaleinlösung als Indikator versetzt, und entweder
a) mit alkoholischer 1 / 10 -Normalkalilauge oder b) nach Zusatz von 26 ccm
Alkohol mit wässeriger ^o-Normalkalilauge bis zur bleibenden Rosafärbung
titriert. Sollte in letzterem Falle die Lösung schwach trübe werden, so erwärmt
man gelinde.
Von den hierzu verbrauchten ccm Lauge werden die zur bleibenden Rosa
färbung von einem gleichen Volumen Äther bezw. Äther + Alkohol in gleich dicker
Schicht erforderlichen ccm Lauge abgezogen und die so erhaltene Menge
1 / io" A e r ui al - X a t r o n hi u g e auf Fettsäure und zwar auf Ölsäure C i8 H m 0 2
berechnet. 1 ccm 1 / 10 N.-Lauge entspricht 0,0282 g Ölsäure.
Fig. 36. Elektrische Heizvorrichtung für Fettauszi ehungen mittels Äther.
Ausgedrückt wird der gefundene Säuregehalt in Prozenten und zwar:
1. auf 100 Teile des betreffenden Futter- oder Nahrungsmittels und
2. auf 100 Teile Gesamt-fett bezogen.
Bei Fetten und ölen kann man die Titrationswerte auch in Säuregraden
Ausdrücken, worunter man die Anzahl ccm Normalalkali versteht, welche zur
1 eutralisation von 100 g des Fettes erforderlich sind.
Weil aber nach G. Loges 1 ) durch Trocknen des Futter- oder Nahrungs
mittels un ^ d es Ätherauszuges ein Teil der flüchtigen Fettsäuren verloren geht,
erner andere Fettsäuren eine Veränderung (durch Aufnahme von Sauerstoff usw.)
er ehlen können, so empfiehlt es sich, gleichzeitig eine andere nicht vor-
x ) Landw. Versuchs Stationen 1891, 38, 314.