Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Bestimmung  der  Gesamtmenge  der  in  Wasser  löslichen  Stoffe.

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rasch  abfiltriert  und  das  Ausziehen  bezw.  die  Filtration  so  beschleunigt,  daß  die
Behandlung  tunlichst  in  einem  Tage  beendet  ist. 1 )
Die  gesamten  wässerigen  Auszüge  werden  vereinigt,  auf  ein  bestimmtes
Volumen  gefüllt,  gemischt  und  aliquote  Teile  zur  Bestimmung  der  einzelnen
Bestandteile  verwendet.
a)  Die  Gesamtmenge  der  in  Wasser  löslichen  Stoffe  wird  entweder
direkt  bestimmt,  indem  man  je  nach  dem  zu  erwartenden  Gehalt  1 / 10  bis  1 / 4  des
wässerigen  Auszuges  in  einer  vorher  gewogenen  Platinschale  auf  dem  Wasserbade
zur  Trockne  verdampft,  2  Stunden  bei  100—105°  oder  bei  der  für  die  Trocknung
der  betreffenden  Stoffe  vorgeschriebenen  Temperatur  trocknet  und  wägt.
Der  gewogene  Eückstand  ergibt  die  Gesamtmenge  löslicher  Stoffe;  durch
Einäschern  erfährt  man  die  Menge  der  gelösten  unorganischen  Stoffe  und  durch  Abzug
dieser  vom  Gesamttrockenrückstand  die  Menge  der  gelösten  organischen  Extraktstoffe.
Bei  Futter-  und  Nahrungsmitteln,  welche  aus  fast  nur  in  Wasser  leicht  löslichen
Stoffen  bestehen,  findet  man  ihre  Menge  annähernd  und  rascher  dadurch,  daß  man  10—20  g
entweder  in  einem  Halbliter-  oder  Literkolben  mit  kaltem  bezw.  40—50°  warmem
Wasser  einen  halben  Tag  unter  öfterem  Umschütteln  stehen  läßt  oder  1  Stunde  lang
in  einer  Schüttelmaschine  schüttelt,  nach  dem  Erkalten  bis  zur  Marke  auffüllt,
mischt,  die  Lösung  —  event.  unter  Zusatz  indifferenter  Klärmittel  —  durch  ein
trocknes  Papier-  oder  Asbestfilter  filtriert  und  von  dem  Filtrat  •—  unter  Vernachlässigung ­
  des  Volumens  der  ungelösten  Stoffe  —•  einen  Teil  ( 1 / 4  bis  1 j 2 )  wie
°ben  eindampft  und  behandelt.
Weil  aber  viele  Untersuchungsgegenstände  in  Wasser  lösliche,  mit  den  Wasserdämpfen ­
  sich  verflüchtigende  Stoffe  enthalten  oder  die  wässerige  Lösung  leicht
mne  Zersetzung  erleidet,  so  findet  man  durch  Eindampfen  des  wässerigen  Auszuges
durchweg  nicht  die  Gesamtmenge  der  in  Wasser  löslichen  Stoffe,  sondern  mehr  oder
minder  weniger.
Es  empfiehlt  sich  daher  in  vielen  Fällen;
b)  Die  Gesamtmenge  der  wasserlöslichen  Stoffe  indirekt  zu  bestimmen, ­
  indem  man  den  unlöslichen  Rückstand  auf  einem  vorher  getrockneten  und
gewogenen  Filter  sammelt,  bei  105—110°  trocknet  und  wieder  wägt.
Die  Berechnung  der  gesamten  in  Wasser  löslichen  Stoffe  ist  dann  einfach:
Angenommen,  es  seien  10  g  Substanz  mit  einem  Wassergehalt  von  12,6  °/ 0  angehende! ­
  und  5,7235  g  wasserfreier  unlöslicher  Rückstand  gefunden,  dann  sind  10  —  5,7235  =
>2765  g  =  42,76°/ 0  gelöst  worden;  diese  schließen  aber  die  12,50°/ 0  Wasser  der  ange-Wendoten
  Substanz  mit  ein,  also  beträgt  die  Menge  der  gesamten  löslichen  Extraktivstoffe
d  7612 ’ 50  =  30,26  °/ n  in  Prozenten  der  natürlichen  Substanz.  Um  die  Gesamtmenge
' er  löslichen  Stoffe  gleich  in  Prozenten  der  Trockensubstanz  zu  berechnen,  führt  mau  die
Berechnung  wie  folgt  aus:
Den  angewendeten  10  g  Substanz  entsprechen  =  8,76  g  Trockensubstanz,
davon  sind  durch  Ausziehen  mit  Wasser  verblieben  5,7235,  also  von  100  g  Trockensubstanz
V235  x  ioo
8,75  =  6M1  %  unlöslicher  Rückstand  oder  34,59  %  lösliche  Extraktivstoffe.

')  Die  Beschleunigung  dieser  Arbeit  ist  epu'n  Gärung'^oderFä^nis  übergeht
zu g,  der  zu  weiteren  Untersuchungen  dienen  soll,  m  Keller  oder  Eisschrauk)
Du  Sommer  muß  daher  der  Auszug  entweder  | lircmiBC p t  werden,  wodurch  er  sich
aufbewahrt  oder  auch  mit  einigen  Tropfen  Chloro  o  7..  u ß  jedoch  in  letzterem
mehrere  Tage  hält.  Für  Zuckerbestimmungen  in  den  Auszügen  i
^alle  das  Chloroform  vorher  durch  Kochen  wieder  ve  j  ö  -  ^5
Landwirtschaftliche  Stoffe,  3.  Auflage.
            
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