Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Futtermittel.

Wasser],  filtriert  durch  ein  gewogenes  Filter  und  kocht  den  Eückstand  noch  zweimal
mit  demselben  Volumen  Wasser  1 / 2  Stunde,  bringt  alles  auf  ein  getrocknetes,  gewogenes
Filter,  wäscht  mit  heißem  und  kaltem  Wasser,  zuletzt  mit  Alkohol  und  Äther  aus,
trocknet,  wägt  und  verascht.  Filterinhalt  minus  Äsche  ergibt  die  Menge  Eoh-  oder
Holzfaser.
Diese  Ausführungsweise  nimmt  jedoch  wenigstens  2  Tage  in  Anspruch;
Fr.  Holdefleiß 1 )  und  H.  Wattenberg 2 )  haben  daher  andere  Ausführungsweisen
in  Vorschlag  gebracht,  welche  schneller  zum  Ziele  führen  und  von  denen  hier  das
Verfahren  von  Fr.  Holdefleiß,  weil  wohl  am  meisten  in  Gebrauch,  näher  beschrieben
  werden  mag.
In  den  engen,  konisch

auslaufenden  Hals  eines  hirnförmigen ­
  Gefäßes  A  (Fig.  40)
von  etwa  250—280  ccm  Inhalt ­
  bringt  man  ein  Büschel
von  ausgeglühtem,  langfaserigem ­
  Asbest,  den  man
fest  in  die  Spitze  ansaugt.  In
dieses  Gefäß  werden  3  g  der
lufttrocknen  Substanz  eingefüllt ­
  und  200  ccm  einer
kochenden  Flüssigkeit  darauf
gegossen,  die  50  ccm  einer
5  °/ 0 -igen  Schwefelsäure  (vergleiche ­
  vorstehend)  enthält;
das  Gefäß  wird  mit  einem
Tuche  dicht  umwickelt,  um
W  ärmeausstrahlung  tunlichst
zu  verhindern,  und  hierauf
durch  das  Glasrohr  c  bis  auf
den  Boden  Dampf  eingeleitet,
der  in  C  entwickelt  wird.
Durch  Eegelung  der  Flamme
unter  C  hat  man  es  in  der  Hand,

Hg.  40.  Apparat  zur  Rolifaser-Bestlmmung  nach  Holdefleiß.  e j n  jpinauggehleudern  sowie
Zurücksteigen  der  kochenden
Flüssigkeit  in  A  zu  verhindern.  Letztere  Gefahr  wird  auch  durch  Anbringung  eines
U-förmig  gebogenen  Kugelrohres  hei  C  beseitigt.  Nach  genau  1 / 2  Stunde  wird  das  Kochen
durch  Abstreifen  des  Schlauches  d  vom  Glasrohr  c  unterbrochen  und  die  kochendheiße ­
  Flüssigkeit  durch  Verbindung  von  b  mit  einer  kräftigen  Luftpumpe  in  das
darunter  befindliche  Gefäß  B  abgesaugt.  Diese  Behandlung  wird  zweimal  mit  heißem
Wasser  wiederholt,  darauf  wird  mit  200  ccm  einer  l,25°/ 0 -igen  Kalilauge  (vergl.
vorstehend)  gekocht  und  dann  wiederum  zweimal  mit  derselben  Menge  Wasser  gekocht ­
  und  mit  heißem  Wasser  nachgewaschen.
Schließlich  wird  der  Birnenrückstand  zwei-  bis  dreimal  mit  Alkohol  und
Äther  nachgewaschen  und  samt  Gefäß  A  getrocknet.  Die  trockne  Masse  bringt
man  in  eine  Platinschale,  trocknet  nochmals  bei  100—105°,  läßt  erkalten  und  wägt.
J )  Landw.  Jahrbücher  1877,  Suppl.-Bd.  S.  103.
2 )  Journ.  f.  Landwirtschaft  1880,  21,  273.
            
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