Bestimmung der Eohfaser,
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Hierauf wird geglüht, erkalten gelassen und wieder gewogen. Erste minus zweite
Wägung gibt das Gewicht der Eohfaser. Die ganze Behandlung kann an einem
Tage zu Ende geführt werden.
Für die Beschleunigung des Verfahrens sind noch verschiedene andere Vorschläge ge
macht ; W. A.Withers empfiehlt, erst mit Kalilauge und dann mit Schwefelsäure zu kochen,
was bei proteinreichen Flüssigkeiten einige Vorteile bietet. H. Holldack 1 ) empfiehlt,
die gekochte Flüssigkeit nicht erst absitzen zu lassen, sondern im Gegenteil gehörig um
zurühren und dann nach dem Vorschläge Wattenbergs mittels eines mit Leinwand
überspannten, umgekehrten Trichters abzusaugen, während Thatcher 2 ) zur Filtration
einen mit Platinkonus und Asbestwolle versehenen Trichter anwendet, der groß genug
ist, die ganze Menge der zu filtrierenden Flüssigkeit auf einmal zu fassen; für feinflockige
Stoffe soll ein Heißwassertrichter angewendet werden.
Ebenso zweckmäßig ist es, die gekochte Flüssigkeit in einem Becherglase oder in
einer Porzellanschale unter Ersatz des verdunstenden Wassers jedesmal durch ein Asbestfilter
nach S, 219, Fig. 33 zu filtrieren oder statt des Trichters mit Porzellanteller einen
großen Goochschen Tiegel (vergl. Fig. 43, S. 250) anzuwenden, nur muß letzterer weiter durch
locht sein als für die Phosphorsäure-Bestimmungen. Der erste Rückstand nach der Kochung
mit Schwefelsäure wird mit Asbestfilter abgetrennt, samt letzterem mit Kalilauge gekocht
und für die letzte Filtration ein 2. Asbestfilter gebildet.
Auf vorstehende Weise erhält man die aschefreie Eohfaser; in vielen
-Fällen ist es aber auch wichtig, die proteinfreie Eohfaser zu kennen. Man stellt
*)iiiu in derselben W T eise eine 2. Menge Eohfaser dar, ermittelt darin nach
•leldahl den Stickstoff-Gehalt, multipliziert letzteren mit 6,25 und bringt diese
Men ge in Abzug.
Fettreiche Substanzen, wie Ölsameu, müssen vorher größtenteils entfettet werden,
< 8 man dadurch erreicht, daß man sie in der Birne vor dem Behandeln mit Schwefelsäure
zw i ' le *® en absoluten Alkohol und Äther auszieht; stärkereiche Stoffe behandelt man
w uokmäßig vor Anwendung der Säure und Alkalien mit Malzaufguß (100 g Malz
mit'4 n Ia ^ b 1 Wasser ausgezogen, vom Filtrat werden 300 ccm mit 3 g Substanz, die
der a ~ CCm Wasser vorher zu Kleister verkocht war, bei 60—70° bis zum Verschwinden
‘ tarke behandelt; mit dem Rückstand verfährt man dann weiter wie oben angegeben ist).
r oin ^r 6 aU ^ vors tehende Weise erhaltene Rohfaser ist ein Gemenge von
e , r Zellulose (Hexosanen) mit mehr oder weniger anderweitigen Stoffen,
ich Lignin, Pentosanen und Proteinstoffen (Nuklein). Die Rohfaser der
sie , lne ® n (.Wiesenheu, Stroh und Spreu der Cerealien) ist verhältnismäßig am reinsten,
3 aber immer noch in 100 Teilen 2—3 Teile, die Eohfaser des Kleeheus aber
Eutt ■ 6 Froteinsubstanz; in der Eohfaser, welche man aus dem unter dem Einfluß jener
bere 6 )! 1111 ^ 6 ^ erzeu sten Darmkot dargestellt hat, findet man. nach dem Stickstoffgehalt
Abz C ( lne ^’ D0C ^ ln ®b r Proteinsubstanz, bezw. 4—6°/ 0 und selbst 9—10°/ 0 . Aber auch nach
Eleni^ ^ 6r Froteinsubstanz und der entsprechenden Menge von Kohlenstoff usw, ist die
der ■ . rzusam mensetzung des Restes immer noch wesentlich verschieden von derjenigen
K.leeh° lnen ^ e F u l° se ! die proteinfreie Eohfaser der Gramineen enthält stets 1—2%, die des
Kohl p eU + ur *d die des entsprechenden Darmkots sogar 3—4 u / 0 bezw. 5—7 °/ 0 mehr
ns off, als der Zellulose entspricht.
reinere SM ^ 6ni ® run< ^ e si^d eine Reihe anderer Verfahren in Vorschlag gebracht, welche
'von p ®Fulose auf z. T. weniger umständliche Weise liefern sollen, nämlich das Verfahren
Sübatan * °J IU * Z ® 3 ) durch Behandlung der mit Wasser, Alkohol und Äther behandelten
z mit chlorsaurem Kalium und Salpetersäure, von W. Hoffmeister 4 ) durch Se
al £ h . em --Ztg, 1903, 27, 34.
8 1 j, e * tso ^ r - F Untersuchung d. Nahrungs- u. Genußmittel 1903, 6, 886.
Ceutralbi 1 r «-^ C ^ U ^ ze ’ ® e4 U‘äge zur Kenntnis des Lignins, Rostock 1856, und Chem.
H r a’ vergl. auch dieses Handbuch, 2. Aufl., 1899, S. 228 u. ff.
’ andw - Jahrbücher 1888, 17, 241 u. 1889, 18, 767.